Russlands Aktien- und Weizenpreise

Handel

Kriegsgefahr wirkt bärisch

Der Konflikt zwischen Russland, der NATO und EU-Staaten um eine Invasion in die Ukraine hat den Börsenkursen mächtig zugesetzt. Der deutsche DAX-Index fiel am Montagnachmittag zeitweise um vier Prozent und auf lag unter 15.000 Punkten. Mit einem Minus von 3,8 Prozent gab es seit November 2021 ein neues Minus. Ähnlich verlief auch der Kurs von EuroStoxx50 und die Börsen in den USA hatten bereits vergangene Woche 4,6 Prozent verloren und sackten am Montag noch einmal um 2,4 Prozent ab. In den USA spielen aber auch die Inflation, steigende Zinsen und die Omikron-Welle in die Kursbewegung rein.

Micex

Die Börse in Moskau heißt Micex-RTSI und hat zwei große Aktienindices. Einer, der ähnlich wie der deutsche DAX ist, heißt RTS-Index (Russian Trading System Index) und rutschte am Montag mit acht Prozent deutlicher ab als beim Corona-Crash im März 2020. Die strategischen Devisenverkäufe wurden von der russischen Zentralbank bis auf weiteres ausgesetzt.

Weizen

Kasachstan haben die russischen Weizenpreise noch gut weggesteckt. Die Kasachen sind ein wichtiger Mehlexporteur und verarbeiten sibirisches Getreide. Dmitry Rylko, Analyst vom Institute for Agricultural Market Studies (IKAR), hat die Vorgänge genau beobachtet, sah aber Anfang Januar keine dramatische Entwicklung für russischen Weizen. Das Exportminus von 38 Prozent ist auf die kleinere Ernte und steigenden Exportsteuern zurückzuführen. Anfang Januar lag diese bei 98,20 US-Dollar je Tonne. Weizen mit 12,5 Prozent Protein kostete Free on Board (FOB) am Schwarzen Meer 330 Euro je Tonne.

Zum vergangenen Wochenende fiel der FOB-Preis um zwei US-Dollar. Während der Woche mussten die Weizenpreise einen Tiefschlag hinnehmen mussten, nachdem die USA die Bereitschaft für Sanktionen im Falle einer Invasion in die Ukraine vermeldeten. Die Exportsteuer wurde für die Zeit zwischen dem 19. und 25 Januar auf 97,50 US-Dollar festgelegt.

Die aktuellen Winterkulturen sind wegen ausreichendem Niederschlag und warmen Winter in den meisten Regionen Russland gut entwickelt, teilte IKAR mit.

Roland Krieg

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