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Schwere Hafenstreiks an US-Westküste

Handel

Millionenschaden durch US-Hafenarbeiterstreik

Seit dem 01. Juni 2014 gibt es keine Tarifverträge mehr für die Hafenarbeiter in den 29 Häfen der amerikanischen Westküste. Über diese Häfen verschiffen die USA rund 43,5 Prozent der US-Exportcontainer für einen Anteil von 12,5 Prozent am BIP. Die Hafen- und Lagerarbeiter gelten als einer der am besten bezahlten Arbeitsgruppen mit einem Einkommen von 142.000 US-Dollar für 2.000 Arbeitsstunden Vollzeit im Jahr. Hinzu komme noch ein Paket aus verschiedenen Gutschriften in Höhe von 82.000 US-Dollar. Trotzdem fordert die Gewerkschaft für Hafen- und Lagerarbeiter höhere Löhne.

Langsames Arbeiten

Seit Auslaufen des Tarifvertrages hat die Gewerkschaft die Devise „sicheres Arbeiten“ herausgegeben, was am Ende ein verlangsamtes Umschlagen der Güter bedeutet. Die Produktivität ist zwischen 20 und 50 Prozent gesunken. Anfang Februar lagen in den 29 Häfen ganze 40 Containerschiffe fest und am letzten Wochenende wurde gar nicht mehr gearbeitet. Am 10. Februar gab die südkoreanische Reederei Hanjin ihren Rückzug aus Hafen Portland in Oregon bekannt. Der Streit zwischen den Arbeitern und den Hafenbehörden währt insgesamt schon zweieinhalb Jahre und führe immer wieder zu Unterbrechungen beim Verladen.

Zitrusbauern betroffen

Die Häfen in Oakland, Long Beach und Los Angeles sind drei der größeren Häfen und bedeutend für die kalifornische Zitrusproduktion. Von Dezember bis April werden hier Orangen und Zitronen nach China, Korea, Japan, Malaysia, Indonesien und Australien verschifft. Im Wirtschaftsjahr 2012/2013 wurden Orangen im Wert von 385 Millionen und Zitronen für 109 Millionen US-Dollar exportiert. Nach Angaben des kalifornischen Zitrusverbandes sind wegen der Abfertigungsprobleme aktuell rund 25 Prozent der Aufträge bereits storniert worden.

Große Mengen an Orangen verrotteten auf den Piers. Die Zitrusbauern sind auch umgekehrt von fehlenden Importen betroffen. So bleiben beispielsweise Netze, die Bienen gegen ungewollte Bestäubung der Orangenbäume fernhalten sollen, in den Häfen liegen und erreichen die Bauern nicht.

Ein Ende der Streiks ist derzeit nicht absehbar.

Roland Krieg

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