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Sommerhoch für die Ernährungsindustrie

Handel

Wachstum im Binnenmarkt nur über Wertschöpfung

Konjunktur

Die Ernährungsindustrie konnte im Juni 2016 weiter wachsen, der Umsatz stieg im Vorjahresvergleich um +1,6 Prozent auf 14,4 Mrd. Euro, teilt die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) mit. Da die Preise im In- und Ausland erneut sanken, belief sich das mengenmäßige Wachstum auf +2,6 Prozent. Damit konnte der Absatz der Branche den dritten Monat in Folge ausgebaut werden. Die stärksten Zuwächse konnten im Juni saisonbedingt im Exportgeschäft - dem Wachstumsmotor der Branche - erzielt werden. Die Lebensmittelausfuhren stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um +1,8 Prozent auf 4,8 Mrd. Euro. Dabei ist gut die Hälfte des gesamten Branchenwachstums im Juni auf Saison- und Kalendereffekte zurückzuführen. Die Lebensmittelproduktion konnte leicht ausgebaut werden. So nahm der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex um +0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Wie lange das Wachstum anhalten kann, bleibt ungewiss. Die Ertragslage in der Ernährungsindustrie ist angespannt. Wachstum ist im Inland nur über mehr Wertschöpfung möglich, wobei die Wettbewerbsintensität, die Marktansprüche, die Produktionskosten und der Bedarf an Fachkräften zunehmen. Chancen bietet der Export, doch auch hier erhöhen sich Marktzugangshürden und Konkurrenzdruck. Ziel der Unternehmen bleibt es daher, neue Märkte und Wertschöpfungspotentiale zu erschließen.

Agrarrohstoffmärkte

Die Agrarrohstoffpreise werden von Angebot und Nachfrage am Weltmarkt bestimmt. Einfluss nehmen die Erntesituation, die Witterungsbedingungen, die Lagerbestände und auch die Wechselkursschwankungen. In einigen Agrarrohstoffmärkten kommt es somit immer wieder zu Preisvolatilitäten. Langfristig halten die Agrarrohstoffpreise ein hohes Niveau. Gute Ernteaussichten in wichtigen Anbauländern ließen den HWWI-Rohstoffpreisindex für Nahrungs- und Genussmittel im Juli 2016 um -2,6 Prozent gegenüber dem Vormonat zurückgehen. Die Preise lagen damit jedoch noch immer +2,7 Prozent über dem Vorjahresniveau. Hohe Rohstoffpreise fordern bei dem starken Ertragsdruck das Kostenmanagement in der Lebensmittelherstellung heraus.

Ausblick: Geschäftsklima

Das Geschäftsklima ist in der Ernährungsindustrie im August 2016 insbesondere aufgrund abnehmender Geschäftserwartungen gesunken. Der entsprechende ifo-Index gab im Vormonatsvergleich um vier Punkte nach und zeigte damit erstmalig seit sechs Monaten eine mehrheitlich negative Einschätzung der Lebensmittelhersteller zur aktuellen Geschäftslage sowie den Geschäftserwartungen. Dementsprechend mäßigten sich auch die Produktionspläne für die nächsten drei Monate. Nichtsdestotrotz sind die Erwartungen an das Exportgeschäft in den kommenden sechs Monaten, aber auch die Erwartungen an den Beschäftigtenstand im August, weiter gestiegen.

Konsumklima und Verbraucherpreise

Das Konsumklima in Deutschland zeigt sich im August 2016 stabil. Eine gute Beschäftigungslage ließ die Einkommenserwartungen und die Anschaffungsneigung der Deutschen weiter steigen, die Konjunkturerwartungen sind hingegen rückläufig. Das positive Konsumklima und eine geringe Teuerung begünstigen die Kaufbereitschaft für höherwertige Lebensmittel. Die Verbraucher sind immer öfter bereit, für mehr Qualität mehr Geld auszugeben. Im Juli 2016 stiegen die Lebensmittelpreise und die allgemeinen Lebenshaltungskosten im Vormonatsvergleich nur um +0,3 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat nahmen sie um +1,0 Prozent bzw. +0,4 Prozent zu.

Laura Busch (BVE)

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