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Spanier sehen sich auf Tomatenmarkt benachteiligt

Handel

Spanische Tomatenbauern sauer auf Mitbewerber

Die Exportorganisation für Gartenbaukulturen in Spanien, FEPEX, hat im ersten Quartal 2016 mit 403.338 Tonnen Tomaten ein Minus von drei Prozent verzeichnen müssen. Wertmäßig war das ein Verlust von 5,87 Prozent auf 387,8 Millionen Euro.

Die Spanier haben in Brüssel vor einer Tomatenkrise gewarnt, weil die spanischen Anbauer durch Ware aus den Niederlanden, Belgien und Marokko benachteiligt würden. Belgien und die Niederlande können Tomaten für 0,25 bis 0,67 Cent pro Kilogramm preiswerter produzieren und besäßen die Preisführerschaft in der EU.

Gleichzeit richten die Spanier den Fokus auf Marokko. In der Zeit, in der die spanischen Ausfuhren Verluste machen, konnte Marokko seine Einfuhren nach Europa ausdehnen. Im Vergleichszeitraum sind die Importe aus Marokko von 155.704 auf 178.051 Tonnen angestiegen.

Eintrittspreis

Die Spanier wollen für Tomaten ein neues Importregime. Obst und Gemüse erhalten normalerweise höhere Importzölle, weil in Drittstatten die Produktionskosten niedriger sind. Das geschieht mit einem „Eintrittspreissystem, dem „Entry-Preisverfahren“. Bei Unterschreitung wird ein zusätzlicher Zoll fällig und gilt ganzjährig nicht nur für Tomaten, sondern auch für Gurken und Zucchini. Für Orangen, Tafelbirnen, Kirschen oder Pflaumen gilt das System nur saisonal.

Die Ermittlung des „Eintrittspreises“ ist schwierig, weil der Obst- und Gemüsehandel im so genannten „Konsignationsverkauf“ stattfindet. Die Ware bleibt im Eigentum des Export-Kommissionärs und wird zum höchsten Preis von einem Verkaufs-Kommissionär verkauft. Es gibt also so etwas wie ein Lager, aus dem heraus verkauft wird.

Um den Eintrittspreis festzulegen, bestimmt die EU-Kommission ein gewichtetes Mittel aus Zahlen für repräsentative Einfuhrmärkte.

Runde und Kirschtomaten

Für Marokko gilt ein präferiertes Handelssystem. Dazu wurde ein Einfuhrpreiskontingent festgelegt. Aber die Tomate ist keine Tomate. Die Spanier fühlen sich benachteiligt, weil sie ihre teureren Kirschtomaten im Wettbewerb mit zollfreien Runden Tomaten aus Marokko verkaufen müssen. Das spiegele die aktuelle Marktsituation nicht gerecht wider. Daher fordert die FEPEX eine Neubestimmung des Eintrittspreises, mit Festlegung zweier Eintrittspreise durch die Kommission: Einen für Runde und einen für Kirschtomaten.

Roland Krieg

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