Stärkeindustrie leidet unter Kartoffelernte

Handel

Deutsche Ernte fällt auf 9,8 Millionen Tonnen Kartoffeln

Die Kartoffelsaison 2010 ist EU-weit seit Beginn der Auspflanzungen von Wetterkapriolen geprägt. Vor allem die Hitze und Dürre im Sommer machte den Kulturen zu schaffen, so dass die Erträge deutlich unter dem Niveau des Vorjahres sinken. Eine erste Prognose zur deutschen Ernte gab der Marktexperte der Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI), Christoph Hambloch, am 8. September 2010 im Rahmen der Potato Europe 2010. Demnach dürften 2010 in Deutschland rund 9,8 Millionen Tonnen Kartoffeln gerodet werden. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang um 1,9 Millionen Tonnen. Neben den widrigen Witterungsbedingungen ist die um drei Prozent auf 255.200 Hektar geschrumpfte Anbaufläche eine Ursache für die kleinere Ernte.

Wenig wie schon 2006
Dass diese Menge für den deutschen Bedarf durchaus ausreicht, zeigt das Dürrejahr 2006 als das Aufkommen ähnlich groß war. Die Situation wird in dieser Saison aber dadurch verschärft, dass auch EU-weit weniger Kartoffeln herangewachsen sind. In der EU-27 wird die Ernte laut Christoph Hambloch auf rund 56 Millionen Tonnen sinken, was ein absoluter Minusrekord wäre. Kleine Kaliber und Probleme mit Durchwuchs oder Fäulen sind insbesondere in den Nachbarländern ebenfalls verbreitet. Am meisten wird wohl die Stärkeindustrie unter der Knappheit leiden, da deren Rohstoff auf den schwächeren Standorten und häufiger ohne Beregnung heranwächst. Ein Nachfragesog aus Russland, wo eine Jahrhundertdürre erhebliche Ausfälle verursacht hat, kann dann nächstes Frühjahr die Knappheit noch einmal verschärfen.

AMI

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