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Stopp den Verunsicherungen

Handel

Gentechnikfreie Milch, Tofuwurst und Veggieburger

Die Konsumenten sind auf der einen Seite so sensibel, wenn es um die richtige Bezeichnung von Produkten geht. Auf der anderen Seite wird dem politischen Willen Bahn gebrochen und niemand stört sich an der gentechnikfreien Tofuwurst.

Bis heute gibt es keine einzige Studie, die gentechnikveränderte Bestandteile bei Verfütterung von gentechnikverändertem Futter im Muskel, der Lymphe oder gar der Milch nachweist. Jede Milch ist gentechnikfrei und sagt rein gar nichts über das verwendete Futter aus. Dennoch blühen gentechnikfreie Milchtüten in den Kühlregalen und Konsumenten zahlen dafür sogar noch einen Bonus. Oder – zahlen sie dafür einen Bonus? Der Handel verkauft das gute Gewissen mit einer Selbstverständlichkeit mit. Er wirbt mit Offenbarem, was zum Glück nicht nur den Verkauf eines kalorienfreien Mineralwassers beendete.

Was essen wir denn überhaupt? Es gibt regionale und traditionale Unterschiede zwischen Rohwürste, Kochwürste und Dauerwürste. Ganze Geschichten hängen am Schnitzel nach Wiener Art und dem Wiener Schnitzel.

Da machen die Besseresser plötzlich die regionale Küche platt und ersetzen alles durch Tofu. Soll das Plattstück dann ein Tofuburger nach Wiener Art oder ein Wiener Tofuburger sein? Der eine gilt in zwei Religionen als Unbedenklich, der andere würde nur noch als Pharisäer durchgehen.

Der Einfallslosigkeit vegetarischer Werbestrategen und dem Aufsatteln auf markante Spezialitäten hat der Europäische Gerichtshof am Mittwoch ein Ende bereitet. Die deutsche „TofuTown“ darf keinen Pflanzenkäse mehr verkaufen, keine Tofubutter und keinen Veggie-Cheese. Was würde passieren, wenn ich mein japanisches Kleinauto „Reis-Daimler“ nenne und ihn so verkaufe? Gar mit einem Reis-Benz Werbung machte?

Milch ist ein geschützter Begriff, stellte der EuGH fest. Und dieser Begriff ist allein „tierischen Ursprungs vorbehalten“. Die pfälzische Firma muss sich etwas Neues einfallen lassen.

Der Deutsche Bauernverband geht gleich in die Vollen und will als Nächstes einen Bezeichnungsschutz für Fleisch und Wurst. Damit wir wieder alle wissen, was wir essen.

Roland Krieg

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