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Tag der Hauswirtschaft

Handel

Basiseinheit der Zivilgesellschaft

Nur wer die Kassenzettel sammelt und in einem Haushaltsbuch nachführt, weiß wie viel er ausgibt: Für „Essen und Trinken“, Kfz, Versicherungen oder Urlaub. Kleinteilige Etatstrukturen geben Auskunft wie viel Geld für Fleisch, Obst und Gemüse und Außer-Haus-Verpflegung verausgabt wird. Das ist die notwendige Datenbasis, die eine ökonomische Haushaltsführung ermöglicht und Ausgaben Steuern hilft. Sie kann auch Auskunft darüber geben, ob die Ausgaben für Ökoprodukte wirklich höher sind, als für konventionelle Waren. Erst die Datenanalyse hilft, mögliche Irrtümer aufzuklären.

Die Zukunft stärken
Am 21. März begeht die Internationale Gesellschaft für Hauswirtschaft (IFHE) traditionell den Internationalen Tag der Hauswirtschaft. Darin ist der Haushaltsetat nur ein winziger Baustein. In diesem Jahr steht das Thema „Digitale Welt“ auf dem Programm. Die IFHE, die einen Beobachterstatus unter anderem bei Unesco, Unicef und der FAO inne hat, geht es dabei um die Nutzung der neuen Technologien, um Familien ein nachhaltig höhere Lebensqualität zu bereiten. Eingepackt ist das Thema in den großen Rahmen der familiären Wohlfahrt, wie Klimawandel, Nahrungssicherung oder HIV.
Die Deutsche Gesellschaft für Hauswirtschaft (dgh) hat vor drei Jahren bereits in ihrem Memorandum zur Armutsprävention in Deutschland definiert, warum eine Stärkung der Selbstorganisation der Haushalte und Familien wichtig sei. „Haushalte und Familien sind personale Handlungssysteme und die Basisinstitutionen von Wirtschaft, Gesellschaft und Staat.“
Doch hat sich nach Ansicht der dgh ein Teil der Gesellschaft von der wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt, was den gesellschaftlichen Konsens in Gefahr bringt. Daher sei Armutsprävention „ein Gebot der Vernunft und Moral“. Schlüssel der Armutsprävention ist Hauswirtschaftliche Bildung für Eltern, Kinder Jugendliche und Erwachsene. Die privaten Haushalte sind nach dgh die „grundlegenden Einheiten der Zivilgesellschaft“, die Produktionsfaktoren anbieten und Konsumgüter nachfragen.

Neue Anforderungen
„Neue Wohnformen in stationären Altenhilfeeinrichtungen eröffnen neue Tätigkeitsfelder für hauswirtschaftliche Fach- und Führungskräfte“, sagt Dr. Monika Stolz, Sozialministerin in Baden-Württemberg anlässlich des Internationalen Tag der Hauswirtschaft. Für die Menschen ist eine gut funktionierende Einrichtung wichtig, so Dr. Stolz. Das sei ein Qualitätskriterium für die Anbieter. Deshalb wird es auch angesichts des demografischen Wandels immer wichtiger, gut ausgebildete Fach- und Führungskräfte in der Hauswirtschaft zu gewinnen, um sich so in finanziell schwierigen Zeiten Wettbewerbsvorteile zu sichern.“

Grenzenlose Hauswirtschaft
Das Thema ist international. Die Tanzanian Home Economics Association arbeitet mit einem Schwerpunkt in der Region „Lake Victoria“. Dabei geht es um Lehrerausbildung, Errichtung von Vorschulklassen, um die Bildung zu verbessern, um Gesundheitsvorsorge und Landwirtschaft. In fünf Distrikten wird das „Sweet-Potato-Projct“ durchgeführt. Die orangefarbene Kartoffel, die eigentlich ein Windengewächs ist und auch Batate genannt wird, ist besonders reich an Provitamin A. Die Anbauzeit beträgt rund drei Monate, so dass die Familien die Süßkartoffel mehrmals im Jahr in Mischkultur anbauen können. Das verbessert die Ernährungssituation der Familien und die Einkommen. Der Verkauf sichert den Kindern die Ausbildung.

Lesestoff:
www.ifhe.org
www.dghev.de
www.verband-mdh.de Verband hauswirtschaftlicher Berufe. Das Beispiel Tansania erschien in der Verbandszeitschrift fundus 4/2009

roRo

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