Taliban in Not
Handel
Kämpfer sind keine Ökonomen
Zum Jahresende haben die Taliban in Afghanistan Erleichterungen für Mädchen angekündigt, wieder zur Schule gehen zu dürfen. Wenn damit die zwischenzeitlichen Restriktionen gegenüber den Menschenrechten wieder so aufgeweicht werden sollten, wie die Taliban das beim Abzug der westlichen Streitkräfte angekündigt hatten, geschieht das allein aus wirtschaftlicher Not.
40 Prozent der afghanischen Wirtschaft basiert aus globalen Hilfsleistungen für die hungernde Bevölkerung. Die droht in noch weiter gehende Armut abzurutschen, weil es keine funktionierende Wirtschaft gibt. Schon 2020 musste das Land für neun Milliarden US-Dollar die allerwichtigsten Bedarfsgüter importieren. Demgegenüber hat das Land aus dem legalen Welthandel lediglich 800 Millionen US-Dollar aus Exporten eingenommen. Das waren nach Angaben der Weltbank vor allem Pinienkerne und Trockenfrüchte. Ende Dezember kündigte der stellvertretende Außenminister Sher Mohammad Abbas Stanekzai in der Zeitung „Kabul Sunday“ an, die heimische Produktion zu steigern zu wollen, um über den Export wertvolle Einnahmen zu generieren. Die internationale Hilfe könne die wirtschaftlichen Probleme des Landes nicht lösen.
Damit die Produkte auch verkauft werden können, müssen die Taliban dem Westen Fortschritte bei den Menschenrechten nachweisen.
Roland Krieg
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