Trendfisch Seelachs
Handel
FIZ stellt sich den Verbrauchern
>Keine gute Ernährungsberatung ohne Seefisch. Jod und Omega-3-Fettsäuren sind den Meeresbewohnern ausreichend enthalten und möglicherweise für den steigenden Verbrauch verantwortlich. Der Pro-Kopf-Verbrauch hat sich von 13,8 kg im Jahr 2004 auf 14,5 kg im zurückliegenden Jahr erhöht, gab das Fisch-Informationszentrum (FIZ) heute auf der Grünen Woche bekannt. Das FIZ stellt sich in der Halle 14.1 den täglich bis zu 8.000 Besuchern, um deren Fragen zu beantworten, woher die Fische kommen, wie es um deren Bestände aussieht und vor allem, um sich zeigen zu lassen, wie Fisch richtig filetiert wird. Der 60 qm große Stand zeigt auf eine 10 qm großen Eisbett 60 Fischarten und Köche aus aller Welt bereiten den Seelachs, den das FIZ als Trendfisch 2006 ausgemacht hat.Geschäftsführer Matthias Keller begründet die Auswahl damit, das von den heimischen Beständen nur etwa 60 Prozent ausgeschöpft werden und daher noch Raum für die Vermarktung ist. "Es müssen nicht andere Fische aus dem Indischen Ozean herangebracht werden, wenn man den Seelachs praktisch vor der Haustür hat." Zudem ist er Seelachs wohlschmeckend und leicht zuzubereiten.
Doch reist der Seelachs unter falscher Flagge. Er ist nicht mit den Lachsfischen verwandt und heißt eigentlich mit deutschem Namen "Köhler". Die Seeleuten nennen ihn wegen seiner dunklen Färbung auch "Blauer". Seelachs heißt er erst, seit zu Beginn des 20. Jahrhunderts Lachs in Mitteleuropa immer seltener wurde.
Fisch ist mehr
Gezüchteten Seelachs gibt es so gut wie gar nicht. Die Jungfische werden frisch im Meer gefangen und dann zur Aufzucht in die Aquakultur gebracht. Mittlerweile gibt es Fischangebote auch in den Betriebskantinen, weil die Verbraucher vermehrt danach. Fisch alleine wird teure Standorte in den Innenstädten nicht bezahlen können. So freut sich Keller auf Unternehmer wie Kamps, der mit seiner Bäckerei die Kette Nordsee übernommen hat und frischen Wind in die Vermarktung bringt.
Gesunde Ernährung ist zusammen mit dem Wellness Trend im Aufwind. Lebensmittel erhalten zusätzliche Wirkstoffe, um sie wertvoller zu machen. So steht BASF mit einem Produkt kurz vor der Marktreife, dass Omega-3-Fettsäuren enthält. In Lein haben sie den Anteil der Arachidonsäure bereits auf zehn Prozent an den Fettsäuren gebracht. Matthias Keller fürchtet aber nicht, dass der Lein dem Fisch den Rang abläuft. Zu Herd-und-Hof.de sagt er, dass Fisch mehr ist als ein einzelner Wirkstoff. Es kommt der Geschmack hinzu, dass gesamte Proteinmuster und eben auch noch Jod. Fisch ist ein Genuss und weist einen anderen Zusatznutzen auf: Lädt man Freunde zu einem Fischessen ein, dann höre man immer wieder, dass die Gäste darüber erstaunt sind, dass "man sich daran getraut habe".
Auf den Kabeljau angesprochen, solle man mit der Aussage nicht fahrlässig umgehen, dass dieser vor dem Aussterben steht. Der Nordseebestand steckt in einer Krise, aber vor Island und Norwegen seien die Schwärme noch groß genug.
Informationen über einzelne Fische und Rezepte gibt es unter: www.fischinfo.de
Die aktuellen Bestandsdaten und Fangempfehlungen hat (in englischer Sprache) das International Council for the Exploration of the Sea in Kopenhagen: www.ices.dk
Roland Krieg
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