Trump kann Umwelttechnik nicht verhindern

Handel

US-Probleme ohne Umwelttechnik nicht zu lösen

Auch nachdem US-Präsident Donald Trump das Pariser Umweltabkommen aufgekündigt hat, bleibt der Bedarf zwischen Ost- und Westküste doch auf Dringlichkeitsstufe bestehen. Treiber sind vor allem Kommunen und die Bundesstaaten, bei denen die Auswirkungen des Klimawandels auch real ankommen.

Die Bundesstaaten haben für den Einsatz erneuerbarer Energiequellen ambitionierte Förderprogramme aufgelegt, die Trump nicht abschaffen kann und die Impulse an die regionale Wirtschaftsentwicklung geben. Während der Präsident von „sauberer Kohle“ träumt, haben neue Kraftwerkskapazitäten im letzten Jahr zu 63 Prozent auf regenerativer Energien gesetzt. Ganz marktwirtschaftlich gehen Unternehmen, die einen Corporate Sustainable Reprt schreiben Kooperationen mit unabhängigen Ernergieerzeugern ein. Aktuell wird das noch über Bundessteuerkredite unterstützt, heißt es in einer Analyse von germany trade & invest (gtai).

Infrastruktur

Die USA haben ein gewaltiges Infrastrukturproblem. Es ist veraltet und neuen Aufgaben gegenüber nicht gewachsen. Selbst Trump hat das Thema in seinem Wahlkampf aufgenommen. Allerdings ohne die Finanzierung zu beschreiben. Bei den Energienetzen muss die Netzwerkstabilität erhöht werden. Zudem gibt es hohe Energieverluste. Fracking kommt auch in den USA in die Kritik. Vor allem wegen des hohen Wasserverbrauches. Anbieter von Umwelttechnologie haben in beiden Bereichen gute Chancen an der Modernisierung teilzuhaben.

Im Süden des Landes steht die Wasserversorgung im Fokus. Dürren machen die Wasserversorgung immer schwieriger und die Rohrleitungen sind überwiegend veraltet. Wie Trump im Umweltbereich mit Regulierungen zur Erhöhung der Wassereffizienz umgeht, ist offen. Das angekündigte Zurückfahren lasse sich nicht einfach durchsetzen. Vor allem Kalifornien und Texas kämpfen in allen Bereichen, von der Landwirtschaft bis zum Privathaushalt, mit Wasserknappheit. Beide Bundesstaaten werden die Umwelttechnologie unabhängig von Washington in die Hand nehmen.

Grünes Bauen

Energieeffizienz im Erdölstaat war bislang kaum gefragt. Die Rechnungen müssen aber die Kommunen bezahlen. Gegen energetische Sanierungen im kommunalen Gebäudebestand stehen lange Amortisierungszeiten. Im kommerziellen Bereich hingegen sorgen neue Energiestandards wie LEED und Energy Star für einen rasanten Anfang der Sanierung.

Abfall

Geringe Recyclingquoten und Urbanisierung bei gleichzeitigen Deponieengpässen bringen die Städte in die Bredouille. Mülltrennung und Recycling stehen in kommunalen Programmen oben auf der Liste. Die Wirtschaft wird mit steigenden Rohstoffpreisen ebenfalls nachziehen.

Roland Krieg

Zurück