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Trump sind schwarze Oliven aus Spanien unheimlich

Handel

Olivenkrieg zwischen USA und EU?

Panarea ist eine der kleinen Inseln im Tyrrhenischen Meer nördlich von Sizilien. Luca Delogu hat sein neues Restaurant in Miami nach der Insel benannt und steht schon im lokalen Restaurantführer. Sein Chefkoch Claudio Sandri stammt immerhin aus Turin. Das Mittelmeer verspricht exotische Genüsse von Italien bis Marokko. Spanische Oliven stehen ebenfalls auf der Speisekarte. Doch wie lange noch?

Im letzten Jahr haben die USA Oliven aus Spanien im Wert von 71 Millionen US-Dollar importiert. Die Oliven-Erzeuger Bell-Carter und Musco Family Olive haben Klage erhoben, weil die spanischen Oliven dank EU-Agrarsubventionen rund 200 Pence unter dem amerikanischen Marktpreis angeboten werden können. In den Hochzeiten amerikanischer Olivenölerzeugung gab es 20 Ölmühlen und mehr als 1.100 Produzenten. Aktuell gibt es in den USA nur noch zwei Ölpressen und 890 Erzeuger. Angeblich wegen der billigen Importe aus Spanien.

Jetzt haben die USA angekündigt, den Fall zu untersuchen, was im schlimmsten Falle zu Strafzöllen auf spanische Oliven führen wird.

Der Bauern- und Genossenschaftsverband Copa Cogeca in Brüssel hat am Dienstag in einem Brief an die EU-Kommission vor der Errichtung von Strafzöllen durch die Amerikaner gewarnt. Das koste in Spanien viele Arbeitsplätze und stürze den Sektor in ökonomische Schwierigkeiten. Die spanischen Oliven seien deshalb so preiswert, weil sie kosteneffektiv angebaut werden. Dem gingen Investitionen in technische Qualitätsverbesserungen voraus. Die Zusammenarbeit in Kooperativen wirke ebenfalls kostendegressiv.

Die Amerikaner machen aber nur bei der Massenware ernst. Unter Verdacht stehen nur die schwarzen Oliven. Die hochwertigen grünen Oliven für den Martini, in Knoblauch oder Käse sowie mit Jalapenos eingelegt sind von möglichen Anti-Dumpingmaßnahmen ausgenommen.

Roland Krieg

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