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Trump straft Indien ab

Handel

Indien fühlt sich falsch getroffen

Die USA haben 1974 mit dem Generalized System of Preferences (GSP) rund 120 Entwicklungsländern durch Zollfreiheit für den Import von Waren nach Amerika wirtschaftliche Hilfe gewährt. Für Indien ist in dieser Woche Schluss, nachdem US-Präsident Donald Trump den Subkontinent nicht mehr als Entwicklungsland anerkennt. Allerdings erklärt er es mit hohen Zöllen Indiens beim Einkauf amerikanischer Waren.

Rund 2.000 indische Produkte dürfen  ab dem 05. Juni nicht mehr zollfrei in die Vereinigten Staaten importiert werden. Diese stehen nach indischen Angaben für zwölf Prozent aller Exporte und stellen 5,5 von insgesamt 83 Milliarden US-Dollar an Exporteinnahmen. Indien war der größte Nutznießer der GSP und hat zuletzt noch die Importtarife für Harley Davidson-Teile um die Hälfte gekürzt. Nicht nur das. Indien hatte in der Vergangenheit seinen Markt für kalifornische Mandeln, Äpfeln aus Washington und Hühnerkeulen aus dem Mittleren Westen geöffnet.

Warum sich Trump jetzt gegen Indien gewandt hat, ist für die Inder nicht offenbar. Das US-Handelsdefizit gegenüber Indien beträgt lediglich 25 Milliarden US-Dollar. Gegenüber Mexiko sind es 75 Milliarden US-Dollar und gegenüber China 420 Milliarden US-Dollar.

Zudem habe Trump Signale für die Stärkung Indiens als Gegengewicht zu China ausgesandt. Die Zollpolitik gegenüber Indien wird als Kollateralschaden im US-chinesischen Handelsstreit interpretiert. Die Times of India kritisierte auch die Abwendung im neu ausgehandelten Nordamerikanischen Freihandelsabkommen gegen Mexiko, das wegen seiner Migrationspolitik neue Zölle aus Washington fürchten muss.

roRo

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