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Türkei-Handel

Handel

Beim Handel schadet die Türkei sich selbst

Nachdem deutsche Firmen von der Türkei als Terrorunterstützer bezeichnet wurden und die Bundesregierung eine Reisewarnung für die Türkei ausgesprochen hat, ist eine neue Eskalationsstufe am Bosporus entstanden. Dabei wird der Sprecher des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, Ibrahim Kalin, in den Medien zitiert: „Deutschland ist für uns ein wichtiger Handelspartner“.

In einer Sprechererklärung hob das am Donnerstag auch der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) hervor:

„Die ohnehin vorhandene Unsicherheit bei deutschen Unternehmen steigt damit noch einmal rapide. Viele Firmen haben ihre Investitionen bereits auf Eis gelegt.

„Wir müssen mit deutlichen Einbrüchen bei den Exporten rechnen, wenn die im Raume stehenden Maßnahmen umgesetzt werden, und auch die Investitionen werden darunter weiter leiden. In der derzeitigen Lage kann man sicherlich keinem Unternehmen dazu raten, Investitionen zu tätigen. Das ist schon eine Eskalation, wie wir sie uns nicht haben vorstellen können und bitter für alle Beteiligten. Der Vertrauensverlust ist enorm, und Vertrauen das ist bei der Wirtschaft das wichtigste. Gerade der Mittelstand hat von der räumlichen Nähe und den engen Verflechtungen der Bevölkerungen beider Länder profitiert.

„Jedoch kommt der deutsche Außenhandel auch nicht ins Wanken, wenn der Handel mit der Türkei wegfällt. Bei den Exporten stand sie 2016 mit etwas knapp 22 Milliarden Euro auf Platz 15, bei den Importen mit 15,4 Milliarden Euro auf Platz 16.

„Hauptexportgüter sind Kfz und -Teile, Maschinen sowie chemische Erzeugnisse. Importseitig sind es vor allem Textilien und Bekleidung, gefolgt mit großem Abstand von Kfz und -Teilen, Maschinen und Nahrungsmitteln.  

„Der wirtschaftliche Aufstieg der Türkei in den vergangenen Jahren fußte maßgeblich auf der Öffnung Richtung Europa. Europa ist der wichtigste Abnehmer von türkischen Waren. Und unter den EU-Ländern ist Deutschland wiederum der wichtigste Handelspartner.“

Roland Krieg

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