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US-Getreide mit Rekordexportzahlen

Handel

US-Getreidefarmer exportieren Rekordmengen

Die aktuellen Zahlen des U.S. Grains Council (USGC) weisen mit dem Wirtschaftsjahr 2014/2015 den zweithöchsten Futtergetreideexport aller Zeiten auf. Insgesamt wurden mit Mais, Sorghum, Gerste, DDGS (proteinreiche Getreideschlempe aus Ethanolproduktion) und Maismehl 100,1 Millionen Tonnen Getreideäquivalente exportiert. Das sind 800.000 Tonnen mehr als im Vorjahr und nach 2008 die zweithöchste Menge.

Für den Getreiderat ist das ein Zeichen der unnachgiebigen weltweiten Nachfrage nach Getreideprodukten. Im Vergleich mit der heimischen Produktion werden 15 Prozent der unverarbeiteten und 25 Prozent der verarbeiteten Futtergetreide exportiert. Der Ausblick ist rosig, denn nach Schätzungen des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums wird die Menge auf Getreideäquivalenzbasis in den nächsten zehn Jahren auf 131 Millionen Tonnen steigen. Damit würden die USA rund ein Drittel ihres Futtergetreides an das Ausland verkaufen.

Hilfreich sind dabei der steigende Bedarf der wachsenden Mittelklassen an Ethanol und Fleischprodukten in den Entwicklungsländern und die Freihandelsabkommen. Besonders geeignet ist nach Einschätzung des USGC das CAFTA-Abkommen mit Zentralamerika, das jüngst verabschiedete TTP-Abkommen im Pazifik und das künftige TTIP-Abkommen mit der EU. Auch wenn das TTP-Abkommen erst im nächsten Jahr ratifiziert sein wird, gilt Südkorea bereits als fünftgrößter Importeuer von US-Getreide.

Dass die amerikanischen Farmer die Exportchancen nutzen können, liegt am Marktzugangsprogramm und der Auslandsmarktförderung, die beide Bestandteil der amerikanischen Farm Bill sind.

In den kommenden Wochen will der Getreiderat die einzelnen Marktsegmente auf ihre individuellen Wachstumschancen für die Auslandsmärkte untersuchen.

Bangladesch

Bangladesch ist einer der neueren Kunden. Mit jüngst 100.000 Tonnen hat das Land die größte Mais-Menge seit 1989 eingekauft. Die Amerikaner haben erst im April dieses Jahres das Land besucht und dem indischen Konkurrenten Exportanteile abgejagt. Qualität und Menge aus dem Nachbarland hätten gegen das US-Angebot keine Chance gehabt.

Mexiko

Bier liegt im Trend der mexikanischen Verbraucher. Für die Befriedigung der Nachfrage können die Mexikaner gar nicht genug Gerstenmalz herstellen und müssen es aus dem Ausland hinzukaufen. Derzeit importieren sie jährlich zwischen 200.000 und 350.000 Tonnen Gerstenmalz vom nördlichen Nachbar.

Ecuador

Die Partner für Tierhaltung und Aquakultur vor Ort haben mit dem Import von 7.250 Tonnen DDGS im Wert von 1,5 Millionen US-Dollar begonnen. Hintergrund ist, dass die meisten Farmer im Binnenmarkt die Maisproduktion wegen niedriger Preise und hohen Produktionskosten verlassen und vielmehr Kakao, Ananas und Yucca-Palmen anbauen. Mit Mais sind die meisten Landwirte nicht ausgekommen, weil Lagermöglichkeiten fehlen und die Ernte zu ungünstigen Zeiten mit niedrigen Preisen verkauft werden musste. Da habe auch die Preisfestsetzung durch die Regierung nicht geholfen.

roRo

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