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Vietnam nimmt US-DDGS wieder an

Handel

Vietnam beendet US-Mais-Bann

Der Oktober 2016 hat die US-Getreideexporteure hart getroffen. Vietnam hat nach Auffinden des Kahlen Speckkäfers, einem Lagerschädling im Getreide (Trogoderma variabile), den Import von distiller´s dried grain with solubles (DDGS), einer eiweißreichen Trockenschlempe aus der Ethanolproduktion für die Tierernährung, eingestellt. Das Land in Südostasien hatte zuvor rund eine Million Tonnen DDGS und damit neun Prozent der US-Produktion als drittwichtigster Abnehmer importiert.

Jetzt ist der wichtige Exportmarkt wieder da. Am 03. Mai legte das erste von zwei in den kommenden Wochen ankommenden Frachtern im Hafen von Cai Lan an und entlud 67.000 Tonnen DDGS. Möglich gemacht haben das die Anstrengungen des US-Getreiderates (USGC), die mit neuen Techniken zur Begasung von Getreide gegen Lagerinsekten, vietnamesische Anforderungen umgesetzt haben. USGC-Regionaldirektor Manuel Sanchez zeigte sich erleichtert, dass die US-Lieferungen im hart umkämpften südostasiatischen Tierfuttermarkt wieder wettbewerbsfähig sind. Das DDGS stammt aus dem Nordwesten der USA und wird den Aufbau der expandierenden Milchviehherde in Vietnam unterstützen. Die Nachfrage nach tierischen Lebensmitteln steigt durch die wachsende und sich urbanisierende Bevölkerung mit steigender Kaufkraft. Vietnam produziert pro Jahr selbst 30 Millionen Tonnen Futter und ist auf Importe angewiesen. Die Amerikaner erhoffen sich ein Geschäft im Umfang von 700 Millionen US-Dollar im Jahr.

Der Frachthafen Cai Lan ist Reisenden auf Kreuzfahrschiffen als Halong Bay bekannt. Tausende von Kalkfelsen sind der Bucht im Norden des Landes vorgelagert. Der vietnamesischen Geschichte nach, soll ein Drache die Felsen aufgestellt haben. „Ha Long“ heißt „herabsteigender Drache“.

Roland Krieg

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