Wankende Agrarriesen
Handel
Börsen-Zickzack belastet Agrarbranche
Nicht nur die Landwirte sind angesichts des Auf und Ab an den Börsen verunsichert. Nach monatelangem Höhenflug stürzen die Rohstoffnotierungen zu Erntebeginn wieder ab. Wer 2021 sein Getreide kontrahiert hat, ärgert sich mächtig über entgangenen Gewinn. Die steigenden Kosten drücken die Margen und können aus einem gewinnträchtigem Geschäft einen Verlust machen.
Getreidehändler
Das aber trifft auch die Großen der Branche, die mit ihren Aktien den Spekulanten ausgesetzt sind. In der zweiten Junihälfte haben die Aktien der großen Getreidehändler Bunge und ADM um 17 und 12 Prozent. Das liegt an den Gewinnmitnahmen, weil der monatelange Höhenflug auch einmal zu Ende gehen muss. Zudem wurde ein Bunge-Terminal im ukrainischen Hafen von Mykolayiv genauso von einer russischen Rakete getroffen wie ein Terminal von Viterra. Üblicherweise wird ein Viertel der ukrainischen Agrarexporte aus diesem Hafen verschifft. Die Aktivitäten sind zwar schon seit Kriegsbeginn eingestellt, aber mit dem Verlust an Infrastruktur, wie auch Getreidesilos, glaubt niemand an der Börse an ein schnelles Comeback.
Traktorenhersteller
Das sind aber nicht die einzigen schlechten Nachrichten aus der Branche. Die Traktorenhersteller Agco (Fendt) und CNH International haben ebenfalls 15 und 12 Prozent Aktienboden verloren. Bei John Deere waren es sieben Prozent. Die Rating Agentur Morgan Stanley hat Ende Juni das Rating für Agco sogar heruntergestuft. Die Hersteller wurden von den Befürchtungen über eine Rezession getroffen. Landwirte könnten sich zunehmend beim Kauf von Landmaschinen zurückhalten.
Damit ist der Aktienindex für Food&Agribusiness insgesamt um sechs Prozent bis ende Juni gefallen und damit mehr als die anderen traditionellen Indices.
Roland Krieg
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