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Was in deutschen Kühlhäusern lagert

Handel

Die großen Kühlschränke des Handels

Kühl-Lkw an Verladerampe

Obst und Gemüse liegen im unteren Schubfach, die Getränke stehen im Türfach, der Käse im oberen Fach und darüber befindet sich das Eisfach mit tiefgefrorenen Kartoffelpuffern und Eiskrem. In nahezu jeder Küche summt ein Kühlschrank in der Ecke und ist verlässlicher Diener und Partner für die Ernährung. Er hält frisch, was nicht sofort gegessen wird.

Es gibt ihn auch in einer großen Variante, die täglich von mehreren Lkw bestückt wird und aus dem Händler ihre Vorräte beziehen: Kühlhäuser. Diese sind über ganz Deutschland verteilt und in die Kühlkette zwischen Erzeuger, Verarbeiter und Lebensmitteleinzelhandel integriert. 80 Prozent der gewerblichen Kühlhäuser sind im Verband Deutscher Kühlhäuser & Kühllogistikunternehmen (VDKL) zusammengeschlossen. Das sind aktuell 329 gewerbliche Kühlhäuser, die nahezu unauffällig insgesamt 3,8 Millionen Paletten Kühlware Lagerkapazität aufweisen.

Dienstleister des Handels

Die Kühlhäuser sind meist inhabergeführte kleine und mittlere Unternehmen, die verschiedene Dienstleistungen für Kunden anbieten. In den Lagerkühlhäusern werden Produkte längerfristig temperaturgeführt gelagert. Wie beispielsweise die von der EU aufgekaufte Butter zur Marktentspannung. Speditionskühlhäuser schlagen temperaturgeführte Ware schnell um  und sind ein Bindeglied in der Vermarktungskette. Die betrieblichen Kühlhäuser oder Produktionskühlhäuser sind an den Produktionsbetrieben direkt angeschlossen und nehmen die gerade geschlachteten Schweinehälften oder Fertigpizzen auf. Und dann führt der Handel selbst Kühlhäuser als Zentral- oder Regionallager, bevor die Ware auf die einzelnen Filialen verteilt wird. Die Kleinvorratsläger und Kühlzellen von Metzgern, dem Verbrauchermarkt sowie der Gastronomie gehören nicht zu den Kühlhäusern.

Die Kühlhäuser sichern die Kühlkette und übernehmen auf Wunsch auch die Zollabfertigung und Konfektionierung. Die Lagerung erfolgt in Hochregalen in verschiedenen Temperaturzonen, je nach benötigtem Kühlbereich. Herzstück eines jeden Kühlhauses ist die Kälteanlage. Die verbraucht in der Regel zwei Drittel des gesamten Energiebedarfes und erfordert heute ein eigenes Management. Nicht nur weil die Energie rund ein Drittel der Betriebskosten ausmacht, sondern auch weil die steigenden Umweltanforderungen ein stetiges Anpassen der Technik erfordert.

Der VDKL bündelt für seine Mitglieder benötigte Energiemengen an der Energiebörse EEX in Leipzig.

Was wird gelagert?

Die Auslastung der VDKL-Kühlhäuser beläuft sich stabil auf 76 Prozent, teilt der Verband mit. Was eingelagert wird, ist ein Spiegelbild dessen, was am Ende in den häuslichen Kühlschrank  kommt. So hat sich die Einlagerung von Nüssen, Kräutern und Nahrungsergänzungsmittel zwischen 2015 und 2016 auf einen Anteil von 7,9 Prozent verdoppelt. Schweinefleisch wurde durchschnittlich drei Prozentpunkte weniger eingelagert und nimmt nur noch einen Anteil von 12,6 Prozent ein.

Lesestoff:

www.vdkl.de

Roland Krieg; Grafik und Foto: VDKL

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