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Weltbank optimistisch über Japans Wirtschaft

Handel

Weltbank erwartet schnelle Erholung von Japans Wirtschaft

Japans Wirtschaftswachstum wird nach aktueller Einschätzung der Weltbank zwar verlangsamt, doch lediglich temporär. Die Wirtschaft wird nach Beginn des Wiederaufbaus nach dem Erdbeben und Tsunami in der zweiten Jahreshälfte wieder langsam steigen.
Die Wirtschaftsanalyse für Südost-Asien und den Pazifik ohne Japan zum ersten Quartal 2011 hatte die Weltbank vor der Naturkatastrophe turnusgemäß fertig gestellt - und jetzt noch eine Analyse nachgereicht, welche Auswirkungen auf die Länder durch die Herausforderungen Japans zu erwarten sind. Vorbehaltlich einer nur unvollständigen Datenlage erwartet Vikram Nehru, Weltbankdirektor für Südost-Asien und dem Pazifik spürbare Auswirkungen auf sich entwickelnde Länder rund um Japan. Aber: „Zu diesem Zeitpunkt erwarten wir nur eine kurzfristige Auswirkung.“
Die Prognose beinhaltet keine weitere Verschärfung der Atom-Katastrophe. Die Weltbank hat das Erdbeben in Kobe aus dem Jahr 1995 als Referenz genommen. Danach gab es nur für wenige Wirtschaftsquartale negative Entwicklungen. Die Importe erreichten nur ein Jahr später wieder den alten Stand und die Exporte lagen wieder bei 85 Prozent des Niveaus von vor dem Erdbeben. Allerdings werde das Erdbeben von 2011 gravierendere Auswirkungen auf die Automobil- und Elektronikindustrie haben. Die vollkommene Erholung der japanischen Wirtschaft wird mit fünf Jahren angegeben

Bedeutung des Yen

Durchschnittlich sind ein Viertel der Ostasiatischen Schulden in Yen gezeichnet. Je nach Land ist der Anteil unterschiedlich hoch. So sind es in China nur acht Prozent, während Thailand 60 Prozent seiner Schulden in Yen gezeichnet hat. Eine Aufwertung des japanischen Yen um einen Prozentpunkt bedeutet nach Angaben der Weltbank einen Anstieg der Schuldenlast in ganz Südostasien um eine Milliarde US-Dollar pro Jahr.

Verletzlichkeit der Region

Nach Einschätzung der Weltbank sind das Erdbeben und der Tsunami in Japan ein Beispiel der künftigen Herausforderungen der gesamten Region. Südostasien bedeckt rund die Hälfte der Erdoberfläche, beherbergt 59 Prozent der Weltbevölkerung und erleidet rund 70 Prozent der Naturkatastrophen. Gerade in ostasiatischen Städten konzentrieren sich Wirtschaftskraft und Bevölkerung und sind Extremwetter, steigendem Meeresspiegel und weiteren Katastrophen ausgesetzt. Die Länder müssen nach Ansicht der Weltbank mehr in die Sicherheit der Städte investieren und sich dem Klimawandel anpassen.

Schadensummen Japan im Vergleich

Die Weltbank hat ausgewählte Parameter vorgestellt, die Auswirkungen des jetzigen Erdbeben im Vergleich mit dem von Kobe zeigen.

Japan und Südostasien

Das Handelsvolumen der südostasiatischen Länder mit Japan beträgt nach angaben der Weltbank im Durchschnitt neun Prozent. Sollte zur Jahresmitte das japanische BSP um 0,25 bis 0,5 Prozent fallen, so erwarten die Analysten ein Absinken des Wachstums in den anderen Ländern um 0,75 bis zu einem Prozent. Kritisch wird die Lieferung von Bauteilen gesehen. So rechnet Thailand nur noch bis April mit vollständigen Lieferungen für die Automobilbranche. 36 Prozent der weltweiten Elektroteile kommen aus Japan. In Süd-Korea stiegen die Preise für Speicherchips bereits um 20 Prozent. Das betrifft vor allem die Philippinen, deren Gesamtexport zu zwei Drittel aus Elektroteilen besteht und am empfindlichsten getroffen wird.
Steigende Preise sieht die Weltbank auf dem Energiesektor. Weil Japan den Ausfall von Atomstrom kompensieren muss, könnten Vietnam, Malaysia und Indonesien kurzfristig von der steigenden Nachfrage nach fossiler Energie und steigenden preisen profitieren. Möglicherweise bleiben die Erdölpreise auch längerfristig auf hohem Niveau, weil andere Länder ihre Nuklearstrategien überdenken.
Japan wird viel Geld in den Wiederaufbau stecken müssen. Darunter könnten die Auslandsinvestitionen in den südostasiatischen Ländern leiden. Japan ist in Thailand, den Philippinen und Süd-Korea der größte Auslandsinvestor, in Malaysia, Singapur und Indonesien der zweit und drittgrößte. Ob aber diese Investitionen wirklich kleiner werden, wagt die Weltbank nicht zu prognostizieren.

roRo

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