Weltbank-Präsident Kim in Berlin

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BMZ als Vorbild der neuen Weltbank-Struktur?

Dr. Jim Yong Kim ist seit dem 01. Juli neuer Weltbankdirektor und machte auf seiner ersten Europa-Tour Halt in Berlin Jim Yong Kim ist der Wunschkandidat des amerikanischen Präsidenten Barack Obamas und will die Weltbank fit für die Zukunft machen. Neben Wirtschaftshilfe sollen die Länder auch Hilfe für Geschlechtergerechtigkeit, Klimaziele, grünes Wachstum und Nahrungssicherheit erhalten [1].
In Berlin traf er mit Dirk Niebel, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), zusammen.

Niebels Wünsche an die Weltbank

Dirk Niebel will die Weltbank auf ihrem Weg zu Reformen zu einer „Wissensbank“ unterstützen. Die Weltbank werde sich an ihren Ergebnissen und nicht an den verwendeten Inputs messen lassen müssen. Dabei könne sie auf die Unterstützung der privaten Wirtschaft bauen und müsse sich künftig mehr um die so genannten öffentlichen Güter kümmern. Im Vordergrund des Engagements stehen fragilen Staaten und die am wenigsten entwickelten Länder.
Das BMZ kündete eine Zehn-Millionen-Euro-Hilfe für den Green Climate Fund an, um dessen Sitz sich Bonn mit anderen Staaten gerade bewirbt. Das Geld soll vor allem in die Reduzierung von Treibhausgasemissionen investiert werden. Die Green Economy soll die Ergebnisse des Gipfels Rio +20 umsetzen helfen.

„Entwicklungs-Junkie“ Kim

Dr. Jim Yong Kim, der gerade von einer Afrika-Reise zurückkehrte und sich dort als „Entwicklungs-Junkie“ bezeichnete war voll des Lobes über die Reform des BMZ und will auf technischem Gebiet die Kooperationen vertiefen [2].
Die Weltbank will sich am Ende des Tages an den erreichten Zielen messen lassen, sagte Kim in Berlin. Er hat mehr als 25 Jahre in Entwicklungsländern gearbeitet und weiß worauf es ankommt. Der Klimawandel werde vor allem die armen Menschen treffen. In Afrika habe er gesehen, dass die Auswirkungen schon dramatischer sind als in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird.
Vorbildlich sei die Entwicklungshilfe in Südost-Asien verlaufen. Dort seien die technischen Expertisen erfolgreich in der Politik, wie beispielsweise in Indonesien, umgesetzt worden. Unter anderem, weil es Anreize für Investitionen aus der privaten Wirtschaft gegeben habe.

Biomasse

Dirk Niebel erneuerte seine Kritik an der Bioenergie und verwies auf die jüngsten Bestrebungen in der EU. Die wolle nun die Subventionen für die Biotreibstoffe kürzen und den Beimischungszwang von zehn wieder auf fünf Prozent reduzieren [3].
Dr. Kim kann das eine nicht von dem anderen trennen. So wird Afrika seinen Energiebedarf in den nächsten Dekaden verfünffachen. Gleichzeitig müsse es Lösungen für die Frage geben, ob Familien sich ernähren oder die Kinder wegen hoher Gebühren von der Schule nehmen müssen. Afrika suche auf allen Energiesektoren nach Lösungen. Im Vordergrund stehe sicherlich die Solarenergie. Kim will das Thema lieber zweigeteilt lösen. Kurzfristig müsse das Agrarsystem den Hunger und die Mangelernährung beseitigen. Langfristig muss das Ziel sein, eine nachhaltige Landwirtschaft in allen Ländern etabliert zu haben.

Der Grüne Klimafonds

Der Green Climate Funds (CGF) wurde im Dezember 2011 in Südafrika als Umsetzungsorganisation im Rahmen der Vereinten Nationen gegründet, Länder auf den Klimawandel vorzubereiten und die Ursachen der Erderwärmung entgegenzuwirken. Im Fokus steht die Reduzierung der Treibhausgasemissionen. Über den Fonds sollen die Länder Zugang zu Investitionskapital erhalten. Erst Ende August tagte der CFG in Genf zum ersten Mal. Das zweite Meeting wird vom 18. bis zum 20. Oktober in Südkorea stattfinden. Einen Bericht will der CFG auf der UN-Klimakonferenz Ende November in Katar vorlegen.

BMU-Klimahilfe für die Philippinen

Das BMZ ist nicht das einzige Ministerium, das auf Klimapfaden wandelt. Am Montag haben Vertreter des Bundesumweltministeriums (BMU) zusammen mit der Nationalen Klimakommission mit der nationalen Planungsbehörde der Philippinen weitere drei Millionen Euro für die Klimapolitik des Landes zugesagt. Damit beläuft sich die bisherige Hilfe der Internationalen Klimaschutzinitiative auf 30 Millionen Euro. Die Philippinen haben im Jahr 2008 ein Erneuerbares-Energien-Gesetz verabschiedet. Ziel ist eine Co2-arme Wirtschaft und Versorgungssicherheit bei der Energieversorgung. Mit dem Geld sollen Entscheidungsträger auf lokaler Ebene Entwicklungspläne für erneuerbare Energien und Anpassungen an den Klimawandel umsetzen.

Lesestoff:

[1] Jim Yong Kim wird neuer Weltbankpräsident

[2] GIZ setzt die Hilfe des BMZ um

[3] Niebel entfacht neue E10 – Diskussion

Green Climatee Fund: www.gcfund.net

www.international-climate-initiaitive.com

In diesem Jahr hat auch die Weltbank einen Bericht zur Green Economy vorgestellt

Roland Krieg (Text und Fotos)

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