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Weltweiter Preisverfall bei Getreide und Zucker

Handel

Lebensmittelpreise wie 1965

FAO Nahrungspreis-Index

Der Preisindex der UN-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung (FAO) weist für den August einen Abwärtstrend auf. Bedingt wurde er durch den Preisverfall bei Getreide und Zucker. Der reale Preisindex liegt derzeit auf dem Niveau der 1960er Jahre. Bedingt wird der zum Vormonat um 1,1 Prozent niedrigere Indexwert durch einen starken Verfall der Getreidepreise um 6,5 Prozent. Betroffen sind vor allem Weizen und Mais. Weizen ist in ausreichender Menge vorhanden und die Hauptexporteure verschärfen den Wettbewerb. Bei Mias wird der Preisknick durch die wider erwarten höhere Ernte in den USA erzeugt. Zur Aussaat wurde die Ernteprognose wegen widriger Niederschlagsbedingungen zunächst deutlich nach unten revidiert. Lediglich Reis zeigt einen Aufwärtstrend. In der nördlichen Hemisphäre verknappt sich das Angebot und in Thailand wächst die Sorge um eine witterungsbedingt schlechtere Ernte.

Ölsaaten

Palmöl und andere Pflanzenöle zeigen festere Tendenzen. Weltweit steigt die Nachfrage und Malaysia meldet knappere Lagerbestände als zuvor. Die Witterungsbedingungen in Indonesien senken die Erntehoffnungen. Für Soja- und Rapsöl sorgt sowohl in den USA als auch in Europa die stärkere Nachfrage nach Biodiesel für eine Stützung der Preise.

Fleisch

Auf dem Fleischmarkt sorgt die Afrikanische Schweinepest in China weiterhin für hohe Preise auf dem Schweinesektor. Der zunehmende Import von Fleisch kleiner Wiederkäuer und Geflügel kann hingegen durch steigende Ausfuhrmengen der Liefermengen aufgefangen werden. Rindfleisch bleibt stabil, weil die Währungskrise in Argentinien und ein starker US-Dollar auch die australischen Exporte preiswerter macht. Seit Februar 2019 steigt das Preisniveau über alle Sorten hinweg monatlich um ein Prozent.

Milch

Nach zwei Monaten Verfall, hat sich der Preis auf dem Milchmarkt im August gefangen. Zum Ende der traditionellen Sommerrezession die Nachfrage im globalen Norden wieder an. Lediglich die Butterpreise fallen im dritten Monat hintereinander durch sinkende Nachfrage.

Zucker

Mit schwächer werdendem brasilianischem Real steigt der Exportdruck für Zucker im Land. Als Folge fallen die Preise deutlich um vier Prozent. Indien und Mexiko haben für das Wirtschaftsjahr 2019/20 mehr als üblich exportiert.

Vorhersage Getreideernte

Mit dem neuen Preisindex hat die FAO auch die Ernteprognose für Getreide erneuert. Die Menge wurde um 23 Millionen auf 2,7 Milliarden Tonnen erhöht und liegt aktuell um 55,4 Millionenüber der Vorjahresmenge. Mais wurde um zwei Prozent nach oben auf 1,124 Milliarden Tonnen korrigiert. Niedrigere Getreidemengen in der EU und Russland wurden durch höhere Ernten in China und den USA mehr als kompensiert.

Die höhere Erntemenge deckt den Konsum von 2,7 Milliarden Tonnen perfekt ab. Gegenüber dem Vorjahr ist der Konsum um 1,8 Prozent angestiegen. 847 Millionen Tonnen Getreide befinden sich derzeit in den Silos.

Roland Krieg; Grafik: FAO

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