Weniger ist mehr

Handel

Aktiv für Kritischen Konsum

Bei der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin hat die Katholische Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) einen Gegenpol zur konsumorientierten Reizüberflutung auf der weltgrößten Verbrauchermesse gesetzt. Ein 30-köpfiges Team von ehrenamtlichen Standbetreuerinnen und Standbetreuern war vom 16. bis 25. Januar zehn Tage im Einsatz, um mit vielfältigen Aktionen Anregungen für mehr Nachhaltigkeit bei täglichen Konsumentscheidungen zu geben.

Ehrenlechner und HeinenKontroverse Diskussionen
An ihrem zweiten Stand in Halle 4.2 luden die KLJB-Jugendlichen mit verschiedenen Aktionselementen unter dem Motto „STILvollerLEBEN — Aktiv für Kritischen Konsum“ zum Nachdenken über persönliche Konsumentscheidungen ein. Das sogenannte „Kaufentscheidungs-Domino“ aus überdimensionalen Dominosteinen thematisierte beispielsweise die Produktionsbedingungen auf dem weltweiten Textilmarkt. Die Messegäste wurden gebeten, entweder ein Billig-T-Shirt aus dem Discounter oder ein unter ökologischen und fairen Bedingungen hergestelltes T-Shirt symbolisch zu kaufen. Je nach Kaufentscheidung fielen die Dominosteine in die eine oder andere Richtung um. Auf der Rückseite der umgefallenen Dominosteine gab es Wissenswertes über die Folgen der jeweiligen Kauf-Entscheidung zu lesen.
Hier ergaben sich zum Teil kontroverse Diskussionen. Viele Messegäste waren zum Beispiel skeptisch, ob auch ärmere Menschen sich die teurere Ware aus ökologischer und sozialverträglicher Produktion leisten könnten. „Dieser Einwand ist in jedem Fall berechtigt. Dennoch geben wir als KLJB uns nicht damit zufrieden, dass die ausbeuterische Herstellung auf Kosten von Mensch und Natur in den Produktionsländern dann die logische Konsequenz ist“, erläutert Ehrenlechner. Der Jugendverband fordere mehr Nachhaltigkeit bei allen Konsumentscheidungen – nach dem Motto „weniger ist mehr“ oder in diesem Falle beispielsweise durch die Nutzung von Second-Hand-Angeboten. Die Appelle der KLJB richten sich zum einen an die einzelnen Konsumierenden, zum anderen aber auch an die Produzenten, entsprechende Kriterien der Umwelt- und Sozialverträglichkeit zu berücksichtigen.

Johanna Elsässer
Das Foto zeigt den KLJB-Bundesvorsitzenden Wolfgang Ehrenlechner im Gespräch mit Ursula Heinen (Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz); Q: KLJB

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