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Wer erreicht seine Kunden am besten?

Handel

Handel verliert zunehmend den Kundenfokus

Nicht nur auf dem ersten Blick gleichen sich die Einkaufsstätten. Zur Besonderheit des übersättigten Marktes gehört auch die Produktgleichheit in den Regalen. Wer seine Kunden behalten will, der muss ihnen etwas Besonderes anbieten. Markenstärke nennen das die Marketingexperten. Die Düsseldorfer Batten & Company hat bereits zum Dritten Mal sein Ranking der verschiedenen Einkaufsstätten veröffentlicht und branchenübergreifend einen Abfall in der Markenstärke der Händler festgestellt.
Demnach bleibt Amazon mit einem Punktzahl von 8,74 von zehn möglichen Punkten weiterhin die Nummer eins. Auf dem zweiten Platz steht Aldi mit 7,91 Punkten. Ermittelt wurden die Punkte mit einem Diagnosemodell, das auf einer Umfrage von 1.400 Personen beruht, die Einkaufsstätten nach Bekanntheit, Klarheit, Bedürfnisorientierung, Sympathie, Vertrauen und Einzigartigkeit bewerten konnten. Einbezogen wurde auch das Sortiment, der Preis, das Personal und die Einkaufsatmosphäre – alles was einen Kunden wieder in den Laden kommen lässt.

Die Gewinner

Rewe zählt zu den größten Gewinnern und konnte sein Ranking um 13 Plätze auf den sechsten Platz verbessern. Batten & Company sehen den Erfolg in der konsequenten Weiterentwicklung des Geschäftsmodells. Zum einen gewinnt offenbar die Formatdifferenzierung „Rewe City“, zum anderen gewinnt die Positionierung mit Eigenmarken, die Nachhaltigkeitsstrategie und die Standorterneuerung. Zwar nur einen Platz dahinter bleibt die Edeka hinter den aufstrebenden Kölnern.
Zu den Gewinnern zählt auch Karstadt, das durch seine Runderneuerung in die Top 10 einzieht. Trotzdem ist das Traditionskaufhaus noch nicht am Ziel. Die Marketingexperten sehen weiterhin die Kluft zwischen tradiertem Markenbild und dem neuen Image „Schöner shoppen in der Stadt“.

Die Verlierer

Als große Verliere machen die Düsseldorfer die Metro-Töchter Saturn und Media-Markt aus. Beide haben so viel Sympathie verloren, dass sie um 24 Plätze nach hinten fielen. Auch Schlecker und Kik haben deutliche Einbußen erlitten. Batten & Company sieht dadurch eine Kehrtwende beim Kunden, der sich von der „Geiz-ist-geil“-Mentalität abwendet.

Konzeptpioniere

Den größten Sprung hat der Online-Schuh- und Textilhändler Zalando gemacht. Er hat auf Anhieb Platz 33 mit 6,57 Punkten belegt. Das liege nicht nur an der teuer erkauften Bekanntheit durch die Fernsehwerbung, Zalando erzielt offenbar beim Kunden auch einen höheren Nutzen als bei etablierten Schuhhändlern wie Deichmann oder Esprit. Den beiden letzt genannten droht Austauschbarkeit, wenn sie den Kunden keinen klareren Anlass zum einkaufen geben, so Batten & Company.
Bei den Kunden bleiben die Geschäfte „hängen“, die sich im zunehmenden Werbedruck mehr Gehör verschaffen und dabei ein neues Konzept anbieten. Das funktioniere, wenn die Geschäfte einen hohen Eigenmarkenanteil aufweisen, vertikal integriert sind und gute Qualität zu günstigen Preisen anbieten.
Wer schläft verliert. So kann sich Aldi trotz des zweiten Platzes nicht freuen. Der zweite hat sich nicht weiter entwickelt und wird von Lidl fast eingeholt. Die Düsseldorfer Marketingexperten sehen das Aldi-Konzept am Scheideweg, sie verpassen „vor lauter Preiskämpfen, das eigene Geschäftsmodell konsequent weiterzuentwickeln“. Deswegen habe die Rewe mit den neuen City-Konzepten bei den Kunden gepunktet.

Lesestoff:

www.batten-company.com

roRo

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