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Wettbewerbsdefizite im Fernwärmemarkt

Handel

Fernwärmekunden fehlt die Wechselmöglichkeit

Das Bundeskartellamt hat in seinem Abschlussbericht über den Fernwärmemarkt Wettbewerbsdefizite festgestallt. Die vor Ort etablierten Versorger seine praktisch keinem Wettbewerb ausgesetzt.

Da die Preise für die Fernwärme in den verschiedenen Netzen um bis zu 100 Prozent schwanken, liege jedoch kein flächendeckend erhöhtes Preisniveau vor.

Fernwärme wird in 14 Prozent des Wohnbestandes in Deutschland genutzt und spielt daher eine wichtige wirtschaftliche Rolle. Der Umsatz mit den Privatkunden liegt bei jährlich 3,5 Milliarden Euro. Vom Kartellamt wurden insgesamt 74 Fernwärmeanbieter untersucht.

Kostenfaktor bei der Fernwärme sind Anlagen- und Netzkosten sowie die Rohstoffbeschaffung. Kohle ist nach Angaben des Amtes der günstigste Brennstoff, gefolgt von Gas und Öl.

Große Netze erweisen sich als günstiger gegenüber kleineren. Die höchsten Preise müssen Verbraucher dort zahlen, wo die Kommunen einen Anschlusszwang ausüben. Das Bundeskartellamt empfiehlt daher, auf die Einräumung solcher rechtlicher Monopolstellungen zu verzichten.

Vor der erstmaligen Entscheidung für ein bestimmtes Heizsystem besteht für den Kunden noch die Auswahl zwischen verschiedenen Versorgungswegen wie neben der Fernwärme das Heizen mit Öl, Gas oder anderen Brennstoffen. Zur Stärkung des Wettbewerbs zwischen den Heizsystemen sollten die Fernwärmepreise künftig im Internet veröffentlicht und kürzere Vertragslaufzeiten von Fernwärmeverträgen abgeschlossen werden.

Lesestoff:

Der Abschlussbericht ist auf www.bundeskartellamt.bund.de einzusehen

roRo

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