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Wie wird die Grüne Woche 2021?

Handel

Den IGW-Flow aufrecht erhalten

So war es 2018
So war 2018

Die Rahmenbedingungen sind in der Pandemie äußerst volatil. Ende August haben sich  Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Bundesländer auf ein Verbot von Großveranstaltungen bis „mindestens Ende Dezember 2020“ verständigt. Voraussetzungen für Lockerungen und große Veranstaltungen sind niedrige Infektionszahlen, so dass die Infektionskette unterbrochen wird. Das setzt gerade das Messegeschäft enorm unter Druck. Messen bieten die Möglichkeiten, Kunden, Verarbeiter, Erzeuger, Händler und Fachpublikum zusammen zu bringen. Innovationen werden bekannt, Handel ermöglicht und ein ökonomischer und politischer Austausch ermöglicht die künftige Orientierung.

In diesem Jahr wurde die Internationale Tourismusbörse kurzfristig abgesagt. Flugtickets waren bestellt, Aussteller hatten in den Messeauftritt investiert – und alles war von heute auf morgen Makulatur. Die Terminkalender leerten sich monatsweise und für 2020 blieb nicht mehr viel übrig. Die Messegesellschaften müssen aber auch an die nächsten Jahre denken. Sie leben vom Messeimpuls für die Wirtschaft und haben in den vergangenen Jahren alle expandiert. Messen wurden größer, vielfältiger und an neuen Standorten entstanden Ableger.

Eine andere IGW

Im August fiel die Entscheidung, die Internationale Grüne Woche (IGW) ganz anders zu gestalten [1]. Ein früher Termin – ein eventuell falsches Signal musste gegen das Risiko, das Messeereignis zu Jahresbeginn kurzfristig abzusagen, abgewogen werden. Seit August herrscht relative Klarheit und jeder weiß, welcher Fokus im Januar unter dem Funkturm möglich ist.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium will am Zukunftsforum Ländlicher Raum und das Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) auf jeden Fall festhalten. Die IGW ist jenseits der Vermarktungsstände schon immer ein politischer und Ort für den fachlichen Austausch gewesen. Die inhaltlichen Themen sind in der Pandemie nicht kleiner geworden. Wie die Veranstaltungen ablaufen werden, ist noch vage. Digital, mit Präsenz, im kleinen oder irgendwie hybrid? Für die Messe GmbH gibt es eine neue Spielwiese für die Art der Veranstaltung, sagt Grüne Woche-Chef Lars Jaeger am Telefon zu Herd-und-Hof.de. Das Messe-Team will unabhängig davon auch eigene Initiative zeigen.

Über die IGW im Gespräch bleiben

Die IGW hat seit 1926 einen festen Platz im Kalender und dient der Land- und Ernährungswirtschaft sowie der Politik als Auftakt für ein neues Jahr. Fest im Blick hat Jaeger die Messe 2022 und will mit dem nächsten Januar „im Gespräch bleiben“. Eine B2B-Messe überbrückt die IGW-lose-Zeit, hält die Gesprächsfäden zusammen und selbst Russland, dass nach einigen politisch bedingten Absagen, hat nachgefragt, wie es 2021 helfen kann. Beim ideellen Träger Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) wird es einen neuen Geschäftsführer geben, das Jahr 2020 steht im Zeichen der Bundestagswahl und mancher Landtagswahl. Der ländliche Raum, die Ernährungssicherheit und die Zukunft der Landwirte stehen mit auf den Wahlzetteln. Ohne IGW fehlt ein vergleichbares Event, dass Deutschland auf das Alles vorbereitet.

Hygienekonzept

Besucher, die auf der IGW nach Delikatessen suchen, wird es nicht geben. Die Messe hat in den vergangenen Jahren einiges unternommen, um den Jahrmarktscharakter einzuschränken. Unter anderem wurden bestimmte Aussteller nicht mehr berücksichtigt und selbst Kostproben sind nur noch für Geld erhältlich. Auch wenn die IGW 21 eine reine Fachmesse wird, wird sie nicht mit den Messen in Hannover (Agritechnica und EuroTier) oder Köln (Anuga) vergleichbar. Dort sind nur Fachbesucher zugelassen. Die IGE wird ihren eigenen Charakter Fachmesse, politischer Talk und Konsumentenmesse beibehalten und Lars Jaeger hofft auf die IGW 22. „Es besteht ein Interesse der Fachbesucher, sich treffen zu wollen“. Bis Oktober wird an einem Feintuning gearbeitet, in welcher Form welche Module, wie der Startup-Markentreff aus dem Marschallhaus  für die Einkäufer aus dem Lebensmittelhandel umgesetzt werden kann. Zusammen mit dem Gesundheitsamt wird ein belastbares Hygienekonzept ausgearbeitet.

Mindestens einige Bundesländer wollen in irgendeiner Form präsent sein, auch einige Aussteller aus dem Ausland. Ohne Kulinarik wird auch die nächste IGW nicht auskommen. Einmal mehr rückt der Sachverstand der Fachjournalisten in den Mittelpunkt, aus der IGW 21 einen öffentlichen Erfolg zu machen.

Lesestoff:

[1] IGW 2021 wird anders: https://herd-und-hof.de/landwirtschaft-/die-ausgefallene-gruene-woche.html

Roland Krieg

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