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Wirtschaft fasst wieder Fuß in Osteuropa

Handel

Exporte nach Osteuropa steigen stärker als die Gesamtausfuhren

„Es geht endlich wieder aufwärts“, freute sich am Montag Michael Harms. Der Geschäftsführer des Ost-Ausschusses verglich die Ausfuhren Deutschlands mit dem Segment der 21 Länder des Ostausschusses. Im ersten Halbjahr wuchsen die Exporte mit 3,3 Prozent deutlich mehr als die moderate Gesamtquote mit 1,5 Prozent. „Nach zwei rabenschwarzen Jahren geht eine lange Durststrecke zu Ende. Osteuropa ist und bleibt ein Chancenraum für die deutsche Wirtschaft und gewinnt als Absatzmarkt wieder an Gewicht.“

Im Vorjahr wuchs der Gesamtexport um sechs Prozent, der Handel nach Osteuropa musste ein Minus von 12 Prozent hinnehmen. Die Wachstums-Lokomotiven Osteuropas liegen mit Rumänien, Serbien und Kroatien im Südosten und konnten beim Handel um 14 Prozent zulegen. Rumänien ist dabei mit 12,5 Millionen Euro Umsatz nach Russland der zweitwichtigste Markt. Deutschlands Ausfuhren betrugen 6,6 Millionen Euro.

Russland-Geschäft erholt sich

Unterstützt wurde die positive Entwicklung in der ersten Jahreshälfte durch die sichtbare Erholung der Lage in Russland: Nach einem Rückgang der deutschen Exporte nach Russland von minus 25 Prozent im Jahr 2015 rückt eine Bodenbildung in greifbare Nähe. In den ersten sechs Monaten 2016 lag das Minus bei den Lieferungen nach Russland nur noch bei 3,2 Prozent. Damit waren die deutschen Exporte nach Russland allerdings immer noch um acht Milliarden Euro niedriger als in der ersten Hälfte des Rekordjahres 2012.

Eine Rückkehr zu alten Handelszahlen scheint aber so schnell nicht gegeben. Nach Harms muss sich das Land dringend modernisieren, die Rohstoffabhängigkeit überwinden sowie eine politische Annäherung zu Europa finden. Dann enden die Sanktionen und Gegen-Sanktionen.

Im Schatten der Krim-Annexion konnte sich der Handel mit der Ukraine regelrecht explodieren. Die Warenausfuhr aus Deutschland stieg um satte 31 Prozent. Die Ukraine liegt mit einem Handelsvolumen in Höhe von 2,6 Millionen auf Platz vier hinter Bulgarien. Die deutschen Ausfuhren betrugen 1,4 Millionen Euro. Die Lösung für den Konflikt mit Russland könnte nach Harms für weitere Schubkraft sorgen.

Relativ gesehen

Trotz aller Freude kocht das Osteuropa-Geschäft auf kleiner Flamme. In der Summe ging der Export nach Osteuropa um vier Prozent auf 51,8 Milliarden Euro zurück, da die Einfuhren gegenüber 2014 insgesamt um ein Zehntel gesunken sind.

Der deutsche Handel hat im ersten Halbjahr 2016 einen Handelsumsatz von 1,075 Milliarden Euro erzielt. Der Wert der Ausfuhren betrug 603 Millionen Euro. Für Osteuropa liegen die Werte bei 51,8 und 25,9 Millionen Euro.

Lesestoff:

Alle Zahlen finden Sie unter www.ost-ausschuss.de

roRo

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