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Woche der US-Bauernmärkte

Handel

Mehr als 8.400 Bauernmärkte in den US

1821 erreichten die schweren Holzwagen von Mauleseln gezogen den Handelsort Santa Fé. Die mit weißem Segeltuch bespannten und aus alten Western bekannten Transporter konnten drei Tonnen Ladung aufnehmen und wurden nach ihrem ersten Erbauer Joseph Murphy in Missouri benannt. Der Murphy Wagon wurde später zum Symbol der Emigrantentrecks westwärts zwischen 1841 und 1869. Zwanzig Jahre vorher erreichte am 01. Dezember der Händler William Becknall Santa Fé, wo Mexikaner Waren gegen Gold, Silber und Pelze handelten.

Nicht ganz so alt, aber auch schon 50 Jahre lang steht in Santa Fé auf traditionellem Händlerboden, der Santa Fé Farmers Market. Am 01. August besuchte US-Landwirtschaftsminister Tom Vilsack mit Anne L. Alonzo, Seniorberaterin der Landwirtschaftlichen Marktberatung, das Geschäft, das mitten in der Stadt an drei Tagen der Woche öffnet und jeweils rund 5.000 Kunden zählt.

Sein Wachstum repräsentiert die Beliebtheit aller rund 8.400 Bauernmärkte in den USA, die abseits der exportorientierten Landwirtschaft kleinen und mittelständischen Bauern einen Absatzmarkt und Kunden frische Ware und die Nähe zur Farm bieten. Noch bis zum 08. August stehen die Bauernmärkte in der mittlerweile 16. Farmers Market Week im Mittelpunkt des öffentlichen Lebensmitteleinkaufs.

Die Bauernmärkte erfreuen sich wachsender Beliebtheit und zwei von drei Läden haben Produkte von mindestens einem Ökofarmer gelistet. Meist ehrenamtlich tätig sind die Marktbetreiber, die zusätzlich Veranstaltungen und Musikabende rund um die Lieferanten organisieren. In den USA sind Lebensmittelpreise in den Supermärkten teurer geworden. So berichten Kunden in Farmer Blogs über günstigere Alternativen auf den Bauernmärkten.

Nach Analyse des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums zeigt sich der Trend für regionale Produkte im Umsatz. Zwischen 2008 und 2014 hat sich dieser auf Bauernmärkten und in Regionalgeschäften von fünf auf 11,7 Milliarden US-Dollar erhöht. Das Ministerium hat mehr als 800 Millionen US-Dollar in mehr als 29.100 regionale Wertschöpfungsketten investiert. Im Juli hat das Ministerium rund 200.000 US-Dollar für die Grundsteinlegung eines „Native Farmers Market“ in Michigan spendiert, in dem die Saginaw Chippewa regionale und traditionelle Produkte anbieten werden.

Im Kurs stehen nicht nur pflanzliche Produkte. Die Kunden kaufen auch vermehrt regional erzeugtes Fleisch. So gibt es beispielsweise in Vermont einen Monatsbericht über regional erzeugtes Rindfleisch innerhalb des Bundesstaates und 30 Meilen darüber hinaus. Im Juli lag die Absatzmenge bei 1,4 Tonnen und wird im August auf 2,2 Tonnen steigen.

roRo; Foto: Santa Fe Farmers Market

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