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Zäher Kampf gegen illegale Fischerei

Handel

Thailands Fischerei bleibt im Fokus der EU-Ermittler

Der Schaden durch illegale und unkontrollierte Fischerei (IUU) wird auf jährlich rund 20 Milliarden Euro geschätzt. Zwischen elf und 26 Millionen Tonnen Fisch werden illegal gefangen, was etwa 15 Prozent der weltweiten Fangmenge umfasst.

Die EU hat 2010 mit einer Verordnung gegen die IUU (EU 1010/2009) konkrete Regeln und Maßnahmen umgesetzt, wie sie gegen entsprechende Flaggenländer vorgehen will. Hinweisen geht sie nach und untersucht, ob die Herkunft des Fanges, der in die EU eingeführt werden soll, legal gefischt wurde. Mit Verwarnungs- und Verbotskarten geht sie im Dialogverfahren mit den Flaggenländern gegen die illegalen Fischer vor. Derzeit bleibt Thailand im Fokus der EU und hat eine Verwarnung erhalten.

Lange Prozesse

Hinweise auf illegalen Fischfang unter thailändischer Flagge gibt es seit 2011 zusammen gegen Korea und den Philippinen. Da letztere allerdings im Dialogverfahren die völkerrechtlichen Vereinbarungen zur Bekämpfung der illegalen Fischerei umgesetzt haben, Thailand aber nicht, wurde nun eine Verwarnung ausgesprochen. Das asiatische Königreich muss jetzt in einem Aktionsplan darlegen, wie der illegale Fischfang unterbunden wird. Sechs Monate hat das Land des Lächelns dafür Zeit. Danach bekommt es die rote Karte und darf keinen Fisch mehr in die EU exportieren.

200 Fälle

Seit 2010 hat die EU mehr als 200 Fälle untersucht, an denen Schiffe aus 27 Ländern beteiligt waren. Gegen 50 Schiffe wurden insgesamt acht Millionen Euro Bußgelder verhängt. Mehrere Länder haben deshalb Rechts- und Verwaltungsnormen für die Bescheinigung der Fänge und Überwachung der Flotten durchgeführt.

Ghana und Curacao wurden 2013 förmlich verwarnt und verbessern ihre Fangkontrollen. 2014 wurden Verwarnungen gegen Papua-Neuguinea, die Salomonen, Tuvalu, St. Kitts und St. Vincents verwarnt.

Handelssanktionen wurden 2014 gegen Kambodscha, Guinea und Belize sowie seit Oktober 2014 gegen Sri Lanka ausgesprochen. Belize hat ende 2014 neue Bestandsbewirtschaftungen eingeführt und darf wieder liefern. Fischfänge aus den drei anderen Ländern dürfen gegenwärtig nicht in die EU eingeführt werden.

Was ist illegale Fischerei?

Unter diesem Begriff werden zahlreiche Methoden zusammen gefasst. Vom unerlaubten Fanggerät über Fischen in Naturschutzzonen bis hin zu Fischen, für die Fischer keine Lizenz haben, bildet sich ein breites Spektrum ab. Illegale Fischerei gibt es auch in Europa, wenn nach Erfüllung der Quote weiter gefangen wird. Auch dann spricht, wie öfters bei Ostseedorsch, die EU ein Auslaufverbot gegen die Flotte eines Landes aus.

Meist stehen bestimmte Staaten, die keine internationalen Verpflichtungen unterschrieben haben, im Fokus der Untersuchungen. Eine lückenlose Kontrolle der Fische vom Importhafen bis zum Fanggebiet ist schwer. Orientierung gibt das Marine Stewardship Council mit dem MSC-Siegel auf der Fischverpackung.

roRo

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