Zellstoff aus Weizenstroh

Handel

Weltweit einmalige Anlage in Baden-Württemberg

Landwirtschaftsminister Peter Hauk hat die weltweit einzigartige Produktionsanlage für die Gewinnung von Zellstoff aus Weizenstroh in Mannheim besichtigt. Die Firma Essity stellt seit 135 Jahren Zellstoff aus Holz her und hat eine komplett neue Anlage von 8.000 Quadratmetern auf den Standort gestellt. Die Anlage ist ein wichtiger Baustein und ein großartiger Leuchtturm für die Bioökonomie und damit den Klimaschutz in Baden-Württemberg, sagte Hauk.

Weizenstroh wird von Fremdpartikeln gereinigt und anschließend im so genannten Bleichturm in seine Bestandteile aufgeschlossen. Der Zellstoff wird in flüssiger Form über Leitungen von bis zu einem Kilometer zu den Papiermaschinen gepumpt. In der Ablauge steckt das Lignin, dass als Nebenprodukt anfällt, in einer Eindampfanlage konzentriert und steht weiteren industriellen Zwecken zur Verfügung. Hinter der Anlage entsteht ein Strohlager auf 10.000 Quadratmeter Fläche.

Für den Aufbau der neuen Produktionsanlage hat Essity insgesamt 40 Millionen Euro investiert und 2.100 Arbeitsplätze gesichert. Am Standort in Mannheim können ab Herbst 2021 bis zu 35.000 Tonnen Strohzellstoff pro Jahr hergestellt werden.

Minister Hauk betonte, dass „die Nutzung von Zellstoff und die dabei anfallenden Nebenströme viele weitere Anwendungsmöglichkeiten bieten, die fossil-basierte Produkte ersetzen können“. So könne das anfallende Lignin beispielsweise für die Herstellung von Bioplastik, als Bindemittel für Tierfutter und Dünger, als Gerbstoff in der Lederindustrie oder als Zuschlagstoff bei der Herstellung von Zement verwendet werden.

roRo

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