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Zusammenarbeit mit Marokko

Handel

Marokkos Landwirtschaft nachhaltig betreiben

Das Königreich im Maghreb war Partner der diesjährigen Fruit Logistica und bandelte bereits mit dem Wirtschaftspartner Deutschland an. Gestern tagte in Berlin ein Workshop über die künftige Kooperation zwischen beiden Ländern.

Agrarhandelsbilanz ausgleichen
Ursula Heinen, Parlamentarische Staatssekretärin aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium bestätigte das „hohe Interesse an marokkanischen Produkten“ und dem Willen, mehr nach Marokko zu exportieren. Deutschland ist einer der wichtigsten Handelspartner. Es nimmt Platz sechs auf der Liste der Lieferländer und Platz sieben auf der Liste der Abnehmer ein, hob Aziz Akhenouch, Minister für Landwirtschaft und Fischerei in Marokko, hervor. Aber monetär ist die Bilanz nicht ausgeglichen. Im Agrarbereich liefert Marokko hauptsächlich Obst und Gemüse sowie Fisch in Wert von 122 Millionen Euro, umgekehrt sind es 71 Millionen Euro in Form von Getreide, lebenden Rindern und Milchprodukten. Verhandelt wird besonders Rindfleisch, von dem viele Länder außerhalb Europas seit der BSE-Krise Abstand genommen haben. Frankreich darf wieder liefern – Deutschland will es auch.

Landwirtschaft nachhaltig gestalten
Der Workshop, an dem auch einige Handelsunternehmen teilgenommen haben, ist aber der Startschuss für mehr. Marokkos Landwirtschaft ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und im Rahmen des „Grünen Plan Marokkos“ sollen Landwirte und Investoren aufgefordert werden, im Agrarbereich zu investieren. Zielrichtung ist eine nachhaltige Landbewirtschaftung. Die „Säule der Solidarität“ soll konkrete Projekte zugunsten der armen Landbevölkerung hervorbringen.
Im Februar hat die marokkanische Exporteursvereinigung die Wasserpolitik, Umweltmaßnahmen und den Aufbau und Ausbau der Infrastruktur als Herausforderungen des Landes festgemacht. Was demnächst an Projekten genau aufgebaut werden soll, vermochte Heinen auf Nachfrage noch nicht sagen, denn genau dazu gebe es den Arbeitstag im Gebäude der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ). Es gehe jedoch um die technische Zusammenarbeit und um Technologietransfer.
Aziz Akhenouch ist da etwas konkreter: Jährlich steige in Marokko das Wasserdefizit. Die effiziente Tröpfchenbewässerung gibt es bereits auf rund 150.000 ha. Auf den Flächen, die noch nicht sparsam mit Wasser bewirtschaftet werden, beträgt, so der Minister, der Verbrauch etwa 18.000 m3/ha. In einem mit drei Milliarden US-Dollar budgetierten 10-Jahresplan soll dort der Verbrauch auf 7.000 m3/ha reduziert werden. Akhenouch bezeichnete den Plan als ehrgeizig.
Marokko ist derzeit der reformfreudigste und offenste Staat der Maghreb-Länder, führte Heinen aus und hat seine makroökonomische Stabilität in den letzten Jahren gefestigt. Zur Beschleunigung des Modernisierungsprozesses brauche das Land ausländische Investitionen und im Agrarsektor werde Deutschland dem Wunsch entsprechen.

roRo

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