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Zwei Kilometer Wurst in der Sachsenhalle

Handel

Sachsen - Genieß den Unterschied

>Das Bundesland der Oberlausitzer Teichlandschaft, des Erntekronenfestes im Barockschloss Rammenau und der Burg Weesenstein mit ihren aufgemalten Fenstern präsentiert sich zum 16. Mal auf der Grünen Woche. Bereits zu Dritten Mal finden sich diesmal 25 Unternehmen aus der Nahrungsmittel- und Tourismusbranche unter dem Dach der Agrar-Marketing Sachsen e.V. (AMS) zusammen, der im Vorfeld der IGW seine Spezereien vorstellte.
Sachsen hat traditionsreiche, aber kleinere Unternehmen, die sich nicht alle einen teuren Messeauftritt leisten können, so Wilfried Ackermann, Präsident der AMS. Für manchen Aussteller erwirtschaften allerdings die Messerlöse bereits den Aufwand. So soll es schließlich auch sein, denn mit der Grünen Woche können die Unternehmen an ihre bekannten Marken erinnern und neue an den Kunden bringen. Die Metropole Berlin ist auf Grund ihrer räumlichen Nähe im besonderen Blickfeld der Experten.
So sind die Teigwaren Riesa zum zweitgrößten Teigwarenhersteller in Deutschland aufgestiegen und die Säfte von Ackermann sind auch in Berlin ein Begriff. Die Mühle und Bäckerei Bärenhecke stellt passend zu den Winterspielen in Turin das Olympische Winterbrot vor und den Ostdeutschen wird die Kultmarke ?Rotplombe? in einem Relaunch wieder gegeben.

Starke Ernährungswirtschaft
Nach der Automobilindustrie stellt die Ernährungswirtschaft in Sachsen die zweitstärkste Branche dar. Um weitere sieben Prozent ist der Absatz in 2005 mittlerweile auf 6,2 Milliarden Euro gestiegen. Neben der Grünen Woche und der Tourismusbörse steht Turin auf dem Fahrplan für 2006: Während der olympischen Winterspiele im Februar stellen sich die sächsischen Produkte im Sächsischen Haus auch den Italienern.
Allerdings musste Ackermann auch einräumen, dass im Zuge der EU-Erweiterung mehr Produkte aus den neuen Mitgliedsstaaten nach Sachsen fließen als umgekehrt. Er zeigte sich aber optimistisch, denn wegen der bekannten Qualität "scheuen wir keine Handelskontakte im Wettbewerb".
Eine große Hilfe für den Absatz der Agrarprodukte ist der Tourismus. Über 2.000 Beherbergungsstätten bieten 115.000 Betten an. Bis Oktober 2005 zählte der Tourismusverband schon 12,7 Millionen Übernachtungen. Mit durchschnittlich 2,8 Tagen Aufenthaltsdauer ist Sachsen ein Kurzreiseziel, formulierte Klaus Brähmig, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Tourismus der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag. Sachsen kann sich aber als Ganzjahresreiseziel präsentieren, wobei Dresden und Leipzig mit zweistelligen Zuwachsraten die Hauptreiseziele sind. Im ländlichen Raum steigen die Besucherzahlen nur um 2 bis 4 Prozent, weswegen die enge Verzahnung zwischen der Landwirtschaft und dem Tourismus einen Ausgleich sucht. Die Ernährungswirtschaft und der Tourismus haben beide die gleiche Zielgruppe, so Brähmig.

Rundreise mit Geschmack
Deshalb bietet Sachsen in der Halle 5.2 eine kulinarische Rundreise an, damit die Messebesucher vorschmecken können, wohin es im nächsten Urlaub geht. Dieter Richter, Vizepräsident des AMS kündete an, dass am Sachsentag, der 16. Februar, zwei Kilometer Wurst verkauft werden, dessen Erlös einer Stiftung im Kampf gegen den Krebs zugute kommt. Die Besucher können sich auf einen Bierausschank in einem Trabbi freuen und auf eine ?Schwarzbiermühle?. Richter sieht auch bereits eine Trendwende in der ?Geiz-ist-Geil?-Diskussion. Ackermann weist in dem Zusammenhang auf den aber noch zurückliegenden langen Weg: "Sicherheit gibt es nicht zum Nulltarif". Von dem Gammelfleischskandal ist Sachsen nicht betroffen gewesen.

roRo

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