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Landwirtschaft

Düstere Aussichten für Horn von Afrika

Die Afrikanische Union hat in Addis Abeba am Donnerstag ein internationales Treffen um die Hungersnot am Horn von Afrika abgehalten. Die FAO blickt düster in die nahe Zukunft. Für neue Aussaat der nächsten Ernte fehlt Saatgut, da die Menschen Saat und Werkzeuge verkauft haben, um am Leben zu bleiben. Der kommende November ist der traditionelle Monat, in dem Pastoralisten ihre Tiere verkaufen, um mit dem Einkommen die folgenden Monate zu bestreiten. Doch fehlendes Futter, fehlender Hitzeschutz, Wasser- und Impfstoffmangel lassen die Tiere in alarmierender Anzahl verenden.

Mit zunehmender Verknappung der Lebensmittel steigen die Preise. Die Menschen nehmen Gelder auf, um sich Nahrung zu kaufen, geraten aber sowohl auf dem Land als auch in der Stadt in eine zusätzliche Schuldenfalle. Vor Ende des Jahres wird es keine neue Ernte geben – vorausgesetzt, normaler Niederschlag stellt sich ein.

Die FAO sieht jedoch gerade die Unterstützung der Kleinbauern als zentrales Element an, dass die Hungersnot nicht noch schlimmer wird. Doch es fehlt an Finanzmittel für die kurzfristige und mittelfristige Hilfe. Von den rund 161 Millionen US-Dollar für das FAO-Maßnahmenpaket die Lage in Ostafrika zu stabilisieren, sind lediglich 57,3 Millionen US-Dollar unterwegs oder schon eingetroffen.

Die Afrikanische Union will mit dem Treffen an die afrikanischen Länder appellieren, mehr für den ländlichen Raum und die Landwirtschaft zu unternehmen und so bei der Krisenbewältigung das Heft in die eigene Hand zu nehmen.

Für das Treffen in Addis Abeba hat die FAO auf einem Papier den komplexen Weg in die Zukunft zusammengetragen: Neben der kurzfristigen Nahrungsmittelhilfe, sollen langfristig technische, finanzielle und politische Maßnahmen getroffen werden, die Ertragspotenziale in Afrika voll auszuschöpfen. Vor allem in den ariden und semiariden Regionen soll die Zerstörung der ökologischen Ressourcen gestoppt werden. Dazu gehöre auch ein allgemeiner Zugang der Menschen zu Hilfs- und Entwicklungsprogrammen.

Kristalina Georgieva, EU-Kommissarin für Internationale Kooperation, begrüßte die Initiative der Afrikanischen Union: „Dürre kann nicht vermieden werden, Hunger aber doch!“ Die Konferenz zeige, dass die Afrikanische Union eine afrikanische Lösung für ein afrikanisches Problem finden möchte.

Lesestoff:

Das Addis Abeba – Papier finden Sie hier: www.fao.org/fileadmin/user_upload/newsroom/docs/AU%20-%20Emergency%20in%20HoA_August2011_1.pdf

roRo

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