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Antibiotikafreies Fleisch keine zwei Cent wert

Landwirtschaft

Konsumenten strafen Rewe-Vorstoß gegen Antibiotikaeinsatz ab

Die Nutzung von Antiobiotika in der Nutztierhaltung ist einer der zentralen und langjährigen Aufreger beim Verbraucherschutz. Dabei muss klar gestellt werden, dass im Fleisch keine Antibiotikarückstände vorhanden sind. Es geht um den häufigen Gebrauch von Antibiotika vor der rechtlichen Wartezeit und dem Zusammenahng mit Antibiotikaresistenzen.

Rewe Dortmund hatte im Frühjahr ausgesuchte Schweinemäster gebunden, die ganz auf Antibiotika verzichten. Falls eines der Tiere krank und behandelt wird, muss es anderswo vermarktet werden. Das kam den Bauernverbänden einem Bann von Antibiotika gleich und wurde entsprechend kritisiert.

Die rund 50 Betriebe haben über die Firma Tönnies in Rheda-Wiedenbrück schlachten und zerlegen lassen. Produkte der Antibiotika-freien Schweine, die nicht über Rewe Dortmund vermarktet werden, kamen in andere Vermarktungskanäle. Ein riesiger Aufwand an Dokumentation und Rückverfolgbarkeit, die Kunden am Ende mit lediglich zwei Cent Aufschlag belohnen mussten. So viel war das „Meat4you“ teurer.

Nicht nur, das am Ende lediglich 30 Mäster übrig blieben. Das Programm wurde jetzt komplett eingestellt. Grund: Den Kunden war der Preisaufschalg von zwei Cent zu viel. Das Fleisch blieb trotz entsprechender Bewerbung liegen.

Roland Krieg

Ergänzung am 26. November: Gegen die missverständliche Ausführung: Der Aufschlag von zwei Cent betrifft die Erzeugerebene. Zwei Cent pro Kilo Schlachtgewicht (SG). Macht bei rund 95 kg SG im Bundesdurchschnitt dann 1,90 Euro pro Schwein Mehrerlös. Der Verbraucher zahlt zwei Euro pro kg Schweinefleisch im Laden. Danke @BuUmMst

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