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APECS startet am ATB

Landwirtschaft

Mit Biogas und Biokohle zur Kohlenstoffsenke

APECS ist die Abkürzung für „Anaerobe Konversion von Biomassen zu hochwertigen Energieträgern und Kohlenstoffsenken“. Heute um 13:00 Uhr findet im Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim die Auftaktveranstaltung des Projektes statt, das im Rahmen des Programms „BioEnergie2021“ des Bundesforschungsministeriums gefördert wird. Dr. Jan Mumme startet mit einem 16-köpfigen Team, die Bioenergie auf neue Wege zu bringen. APECS vereint das technologisch hochwertige „Aufstromverfahren“ zur Biogasgewinnung mit der Gewinnung von Biokohle für den Acker als Kohlenstoffsenke.

Biogas im Aufstrom
APECS nutzt zur Biogaserzeugung das von Mumme mitentwickelte und zum Patent angemeldete „Aufstromverfahren“. Dieses Hochleistungsverfahren weist nicht nur eine hohe Produktivität bei hoher Gasausbeute auf, sondern ermöglicht in idealer Weise die synergetische Integration der thermo-chemischen Karbonisierung. Es zeichnet sich unter anderem durch einen geringen Energiebedarf, eine hohe Toleranz gegenüber faserreichen Eingangsstoffen sowie eine gute Nutzbarkeit der anfallenden festen Gärrückstände aus und Grafik ATBgrenzt sich damit deutlich von bisherigen Verfahren zur Biogasproduktion ab. Die Verschmelzung von biologischen und technischen Einzelprozessen lässt zudem eine beträchtliche Steigerung der energetischen Effizienz erwarten. Im Rahmen des Projektes soll APECS weiter entwickelt werden.
Den Namen verdankt das Prinzip seiner Wirkweise. Ausschließlich durch die Biogasbildung bewirkt, werden die unten in den Feststoffreaktor eingegebenen zu vergärenden Stoffe nach oben getrieben und der feste Gärrest am oberen Ende der Strömung abgeführt (s. Bild).

Hoffnungsträger Biokohle
„Biokohle ist aufgrund ihrer mit fossiler Kohle vergleichbaren Eigenschaften zwar als Brennstoff gut einsetzbar, wird aber vermutlich als dauerstabiles Bodenverbesserungsmittel die größere Wertschöpfung erzielen“, prognostiziert Projektleiter Mumme. Der Klimawandel und die Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion haben bereits jetzt weltweit zu erheblichen Beeinträchtigungen der Bodenfruchtbarkeit geführt. Biokohle könnte zur Rekultivierung fruchtbarer Böden eingesetzt werden, da sie beispielsweise die Funktion von natürlichem Humus übernehmen und so die Sorptionsfähigkeit des Bodens für Nährstoffe und Wasser nachhaltig erhöhen kann. Neben einer Analyse und Bewertung des Einsatzes von Biokohle als Bodenhilfsstoff und Dünger sollen im Rahmen des Projekts auch die Eigenschaften der Biokohle optimiert werden. Zum Beispiel im Hinblick auf die Beladung durch biogene Mineralien.
„Inwieweit die landwirtschaftliche Produktion durch den Einsatz von Biokohle gesteigert werden kann, hängt maßgeblich von den natürlichen Standortbedingungen ab. Der Wert der Biokohle resultiert aber letztlich nicht nur aus der ertragssteigernden Wirkung im Boden sondern auch aus der Bewertung der Kohlenstoff-Festlegung auf Basis des CO2-Zertifikate-handels“, so Mumme.

Lesestoff:
www.atb-potsdam.de/apecs

Dr. Helene Foltan / roRo; Grafik: ATB

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