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ASP in Belgien: Schneller als gedacht

Landwirtschaft

Virus hat Deutschland übersprungen

Ende August wurde in einem bulgarischen Hausschweinebestand das Afrikanische Schweinepest-Virus (ASP) gefunden. Die Bulgaren hatten sich vor dem Eintrag durch einen 130 Kilometer langen Zaun an der Grenze zu Rumänien schützen wollen. Nachdem das Virus, das beim Menschen ungefährlich ist, im Baltikum und Ostpolen dendemisch geworden ist, trat es vermerht in Rumänien auf und Bulgarien diente als weiteres Alarmsignal für das Voranschreiten des Virus.

Jetzt wurden im Dreiländereck, Belgien, Frankreich und Deutschland zwei Wildschweine im Raum Étalle als Träger des ASP gefunden und die Seuche, gegen das es keine Impfung gibt am heutigen Donnerstag bestätigt worden. Die üblichen Seuchenbekämpfungsmaßnahmen sind angelaufen.

„Die Afrikanische Schweinepest ist nun auch im Westen Europas angekommen. Wir sind in Nordrhein-Westfalen gut gerüstet“, sagte Ursula Heinen-Esser, Landwirtschaftsministerin Nordrhein-Westfalens. Die Region liegt im wallonischen Teil Belgiens die mit rund 400.000 Hausschweinen einen relatib geringen Schweinebestand aufweist. Sechs Millionen Schweine werden in Flandern gehalten, mit Grenze zu den niederländischen Schweinehaltern. Präsident Eberhard Hartelt vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz Süd hat genau nachgemessen. Das Virus ist jetzt bis auf 60 km an Deutschland herangerückt. Aber nicht, wie bisher lange vermutet über die Oder aus Polen, sondern es nähert sich aus dem Westen.

Der große Sprung eines neuen Fundortes von Osteuropa nach Belgien ist nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) ein Signal, dass das Virus vom Menschen über Lebensmittel verbreitet wurde. Durch Wallonien führen die Fernrouten zwischen den belgischen Überseehäfen und Luxemburg und Saarbrücken in den Süden, um das verkehrsträchtige Rheinland zu umgehen.

Vom Schwein stammende Erzeugnisse wie Wurst und Salami sollten aus Regionen mit ASP nicht herausgebracht werden, erinnert das FLI. Hartelt ruft diue Jäger zu Suche nach Fallwild auf und mahnt Verbracuher und Unternehmen im Grenzverkehr, sich über das richtige Verhalten vor dem Hintergrund von ASP zu informieren.

Noch vor der Sommerpause hatte der Bundesrat eine Änderung des Jagdgesetzes eingebracht, auf das der Bundestag bereits geantwortet hat [1]. Bauernpräsident Joachim Rukwied weist allerdings darauf hin, dass die Änderungen noch nicht gelten, da sie noch nicht im Bundesgesetzblatt veröffentlicht sind. Die nächste Sitzung des Bunesrates findet erst am 21. September statt.

Eine stärkere Bejagung von Wildschweinen und teurer Zaunbau werden das Virus nicht aufhalten.

Lesestoff:

[1] Überjagung geduldet: https://herd-und-hof.de/landwirtschaft-/aenderungen-des-jagdgesetzes.html

Info- und Merkblätter über die Afrikanische  Schweinepest: https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/afrikanische-schweinepest/

Roland Krieg

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