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Ausstellung zur märkischen Kiefer

Landwirtschaft

Brandenburg würdigt seinen „Brotbaum“

Das die Kiefer zum Baum des Jahres 2007 gekürt wurde, hat manchen überrascht. Brandenburg hingegen würdigt seit dieser Woche die märkische Kiefer mit einer Ausstellung im Potsdamer Landtag.

Standortvorteil Kiefer
Nach der Eiszeit hat die Kiefer rund 10.000 Jahre lang zusammen mit der Birke die mitteleuropäischen Wälder dominiert. Kaum eine andere Baumart kommt so gut mit Nährstoffarmut und Trockenheit zurecht. So würde sie von künftigen Klimaänderungen profitieren. Agrarminister Dr. Dietmar Woidke: „Ohne die Bedeutung des Waldumbaus schmälern zu wollen, aber Kiefern zu pflanzen. zu säen, zu fördern, zu pflegen, mindert die vielfältigen Risiken der Zukunft – ökologisch und betriebswirtschaftlich. Nicht umsonst spielt bei den Zielprojektionen im Waldumbau in Brandenburg die Kiefer auch als Mischbaumart weiter eine wichtige Rollen.“
Im Gesamtwald Brandenburgs hat die Kiefer einen Anteil von 73 Prozent und der Waldumbau zu Mischwäldern sorgt für die ökologische Stabilisierung dieser Baumart. Alleine von den 270.000 Hektar Landeswald eignen sich dafür 140.000 ha.
8.000 ha wurden bereits in Laub-Nadelholz-Mischwälder verwandelt. Der Wald ist dann widerstandsfähiger gegenüber schädlichen Insekten und abiotischen Schadeinflüssen wie Trockenheit, Sturm und Schnee. Auch gegen Waldbrand sind Mischwälder weniger anfällig, weil in ihnen eine feuchteres Waldinnenklima herrscht. Zudem wird wesentlich mehr Grundwasser unter Mischwald gebildet. Die Wasserspeicherkapazität trockener Waldböden erhöht sich durch die Humusanreicherung und der Oberflächenabfluss reduziert sich. Es können größere Mengen Wasser in der Landschaft zurückgehalten werden.

Traubeneiche
„Das Thema Waldumbau ist gerade auch in Brandenburg von erheblicher Bedeutung, da reine Kiefernbestände weite Flächen n Anspruch nehmen. Der Umbau dieser Bestände hin zu naturnahen Mischwäldern ist ein erklärtes Ziel der Forstverwaltungen.“ Das erklärte Prof. Dr. Reinhard Hüttl, Leiter des Forschungsverbundes OakChain an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus vor Beginn des Kolloquiums zum Waldumbau am 26. Februar.
Der Baum der Wahl ist die Traubeneiche, wobei allerdings die Erfahrungen mit diesem Baum noch begrenzt sind. Begrenzt sind auch noch die Verfahren, mit denen sich das nur langsam wachsende Holz verarbeiten und vermarkten lässt oder welche Auswirkungen auf die Bodenfruchtbarkeit eintreten. Das soll ab heute Montag in der Lausitz besprochen werden.

Ausstellung zur märkischen Kiefer
Die Ausstellung im Potsdamer Landtag ist der erste Höhepunkt für den Baum des Jahres. In drei Themenbereichen widmet sie sich der Baumart, der Bewirtschaftung und der Umwelt. Bis zum 22. März kann die Ausstellung montags bis freitags von 07:30 bis 16:00 Uhr besichtigt werden. Mehr über Pinus sylvestris gibt es im Internet unter www.kiefer2007.de

roRo

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