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Auswertung Milchdialog

Landwirtschaft

Milchdialog fand keine Antworten

In der vergangenen Woche verteilte der Milchdialog, ein neues Bündnis aus dem Bundesverband Deutscher Milchviehhalter, der MEG, Arbeitsgemeinschaft bäuerlicher Landwirtschaft, den Freien Bauern und LsV-Milchgruppe, Forderungen nach höheren Preisen bei Molkereien und Schlachtern [1].

Jetzt liegen die Antworten vor und die Auswertung war eher ernüchternd, wie die Akteure schreiben. Für Preiserhöhungen auf der Erzeugerstufe waren die meisten Betriebe der ersten Verarbeitungsstufe, doch Lösungen gab es nicht. „Keine der Fragen, die wir an unsere Verarbeitungsunternehmen gestellt haben, wurde letztlich – bis auf ganz wenige Ausnahmen – so beantwortet, dass sich daraus eine Lösung für die existenziellen Probleme der tierhaltenden Betriebe ergeben könnte“, kritisieren die Teilnehmer des Milchdialogs.

Die Erwartungen waren auch gering, weil sich die Landwirte dem Wettbewerbsdruck bewusst waren. „Wir hatten keine Wunder erwartet.“ Positiveren Antworten von den Molkereien sei eine „gewisse Hilflosigkeit gegenüber der aktuellen Marktsituation“ zu entnehmen. Antworten, die kopiert erschienen, zeigten, dass es an Motivation und Fantasie fehle.

Übereinstimmend werden Preisaktivitäten auf europäische Ebene und damit auf den gesamten Binnenmarkt verschoben. Die Teilnehmer des Milchdialogs werfen den Molkereien aber vor, sie suchten erst keine Lösungen.

Immerhin hätten die meisten Verarbeiter die Aktion auch „im positiven Sinne verstanden, manche jedoch offenbar schon als Zumutung empfunden.“ Die Bauern fühlten sich wie in einem Kreisverkehr und werden von Verarbeitern über den Lebensmitteleinzelhandel zur Politik und zum Verbraucher geschickt, bevor sie wieder vor dem Verarbeiter stehen.

Die Akteure des Milchdialogs wollen aber mit ihrer Arbeit nicht locker lassen.

Lesestoff:

[1] Die Gestaltung eines fairen Preises: Milch: https://herd-und-hof.de/handel-/die-gestaltung-eines-fairen-preises-milch.html

Roland Krieg

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