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Auswinterungsgefahr

Landwirtschaft

Kälte ohne Schnee

Die Wettervorhersagen sind mittlerweile keine Lotterie mehr. Langfristige Prognosen sind trotz aller Unwägbarkeiten ziemlich genau. Und derzeit braut sich was zusammen.

Aktuell hält die dichte Wolkendecke die Wärme noch am Erdboden. Zum Wochenende hin soll sich die graue Decke auflösen und die Sonne scheinen. Jahreszeitgemäß sinken dann die Temperaturen. Die Prognosen sprechen von minus zehn bis minus 15 Grad Celsius. Das macht den Winterkulturen nichts aus, sofern sie unter einer wärmenden Schneedecke liegen.

Doch danach sieht es nicht aus. Im Herbst war die Arktis schneefrei wie noch wie. Die Wasserflächen haben die Temperaturen rund um das Franz-Josef-Land zehn Grad über den Normalwert gehalten. Ein Hoch über Russland hat milde Südwinde nach Eurasien gebracht. Daher fehlt zwischen dem Baltikum und der Ukraine eine Schneedecke, die im Normalfall bei einer Ostwetterlage für Kälte und Schnee in Deutschland sorgt.

Jetzt weht der Ostwind über schneefreie Regionen und mindestens im Tiefland wird es kaum schneien. Wenn sich die Wolkendecke demnächst verzieht, die Temperaturen fallen und kein Schnee aus dem Osten kommt – dann steigt die Gefahr der Kahlfröste und die Auswinterungsgefahr.

Aber wie das so mit den laienhaften Vorstellungen ist: Verbinden sich Sibirien und Kanada mit einem Hochdruckband, kommt mit jeder Tiedfdruckwelle ein nasses, aber „wärmeres“ Atlantiktief nach Westeuropa. Das überleben die Winterkulturen auch ohne Schnee.

Roland Krieg

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