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Bambi 2 - Das Weißwedelhirschkalb

Landwirtschaft

Ist das Reh die Frau vom Hirsch?

Mit dem zweiten Teil von Bambi rührt Hollywood wieder Millionen Kinder und manchen Erwachsenen. Das nahm die Deutsche Wildtier Stiftung zum Anlass, die Ergebnisse ihrer von forsa durchgeführten repräsentativen Umfrage über das Naturwissen von 7- bis 13jährigen zu veröffentlichen.

Hollywoods Bambi ist kein Reh
Reh und Hirsch haben zwar vergleichbare Lebensraumansprüche, gehören aber zwei verschiedenen Unterfamilien an. Damit ist das Reh nicht die Frau vom Hirsch, enttäuscht die Wildtier Stiftung die Kleinen, die das zu 62 Prozent glauben. In der Tat schuf der Österreicher Felix Salten mit Bambi 1932 eine Geschichte um ein kleines Reh. Walt Disney erwarb Ende der 1930er Jahre die Filmrechte und hatte ein Problem: auf dem amerikanischen Kontinent gibt es keine Rehe. So wurde zoologisch gesehen, aus dem Reh Bambi das Weißwedelhirschkalb. In der deutschen Synchronfassung blieb Bambi ein Reh-(Kitz), dessen Vater jedoch ein (Weißwedel-)Hirsch ist, was – zumindest im deutschen Sprachraum – für ein wenig Verwirrung sorgt.

Grundwissen, aber verzerrtes Naturbild
Die Umfrage der Wildtier Stiftung zeigte, dass 83 Prozent der Kinder eine realistische Vorstellung haben, was Haus- und Nutztiere sind. Fuchs, Reh und Feldhamster wurden als Wildtier erkannt. Sie konnten auch Wasserfrosch (zu 96 %), Rothirsch (93 %) und Kreuzspinne (80%) als in Deutschland heimische Arten zuordnen.
Die befragten Kinder wussten zu 92 Prozent auch bereits, dass der Mensch den Lebensraum der Wildtiere verkleinert, konnten aber diesen nur wenig benennen. Den Wald als Lebensraum kannten noch 98 Prozent, aber auf Äckern (73 %) und in Flüssen (68 %) vermuteten die Kleinen bereits deutlich weniger Tiere. Dass 25 Prozent der Befragten den tropischen Regenwald und Wüsten als Lebensraum in Deutschland abgaben, führt die Stiftung „auf die Dominanz exotischer Naturschutz-Themen in den Medien“ zurück.

Wildtiere in der Stadt
Nur eine Minderheit weiß, dass Wildtiere auch in Städten (35 %) und Dörfern (40 %) vorkommen, obwohl, so die Stiftung weiter, Großstädte wie München inzwischen als Gebiete mit der höchsten Artenvielfalt gelten. Den als Kulturfolger des Menschen mitten in der Stadt unter uns lebenden Spatz erkannte nur etwas mehr als die Hälfte der Kinder (55 %). Dabei bekommen die meisten Kinder viel mehr Spatzen als Rothirsche zu Gesicht. Die Stiftung folgert daraus, dass Naturwissen nur in Kindergarten und Vorschule sowie aus den Medien erlernt wird und nicht aus eigenen Erlebnissen.
Dem versucht das Naturerlebnisprojekt Wildtierland der Stiftung vorzubeugen. „Selbst bei pubertierenden „Naturmuffeln“ entwickelt sich ein nicht geahnter Wissensdurst, sobald man ihnen einen Frosch auf die Hand setzt“, sagt Dr. Dieter Martin, Leiter des Projektes. Mehr als 1.000 Schüler nehmen an den Angeboten der Deutschen Wildtier Stiftung teil. Mehr Informationen: www.DeutscheWildtierStiftung.de

DWS; roRo

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