Bauern: Wer demonstriert wo und gegen was?

Landwirtschaft

Niemand ist mit irgendetwas zufrieden

Das Treffen der jährlichen Demonstration „Wir haben es satt“ vor dem Bundeslandwirtschaftsministerium in Berlin war eine Demonstration der Bauern, aber auch eine Demonstration des neuen Landwirtschaftsministers für eine der vielen Landbewirtschaftungsformen [1]. Bei den vielen Landwirten, die im Herbst 2019 nach Berlin gefahren sind, wirkte das Solidartreffen „wie eine grüne Wahlkampfveranstaltung“, heißt es in der aktuellen Ausgabe der vfz Vieh und Fleisch Handelszeitung.

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Die Zahl der bäuerlichen Demonstrationen nimmt in der Europäischen Union zu. Wer in der letzten Januardekade  zusätzlich gegen was mit Traktoren und Plakaten auf den Straßen unterwegs war gibt der folgende unvollständige Überblick:

Frankreich: Gegen die niedrigen Schweinepreise demonstrierten am 21. Januar im französischen Pontivy (Bretagne) Bauernverbände und Junglandwirte. Der Handel müsse gerechtere Preise bezahlen.

Spanien: In Madrid zogen Landwirte mit Traktoren und Esels- sowie Ochsengespannen am 24. Januar gegen die Agrarpolitik der Linksregierung durch die Straßen. Im Kern befürchten die Landwirte neue Auflagen durch die Agrar-, Umwelt- und Tierschutzpolitik. Nach Angaben der spanischen Presse forderten die Bauern die Konsumenten auf, Nutztiere nicht mit Haustieren zu verwechseln und nicht auf Fake-Meldungen über das Steak hereinzufallen.  

Polen: Am 27. Januar demonstrierten in mehreren Wojewodschaften gegen die allgemeine Lage aus Dürren, Tierseuchen wie der Afrikanischen Schweinepest) der Corona-Pandemie und die nicht mehr auskömmlichen Erzeugererlöse. Sie befürchten Strukturbrüche in der Agrarwirtschaft.

Mecklenburg-Vorpommern: Rund 350 Landwirte haben sind am 28. Januar in zwei Zügen nach Schwerin gefahren und demonstrieren gegen die Düngeverordnung. Weil es zu viel Nitrat im Grundwasser gibt, hat Mecklenburg-Vorpommern mit einer Binnendifferenzierung eine neue Landesdüngerverordnung aufgestellt, gegen die Landwirte erfolgreich geklagt hatten. Mit dem neuen Entwurf sind auch nicht zufrieden und zogen vor das Landwirtschaftsministerium.

Lesestoff:

[1] „Wir haben es satt“ trifft auf Özdemir: https://herd-und-hof.de/landwirtschaft-/solidartreffen-oezdemir-und-agraropposition.html

Roland Krieg

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