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Bauerntag in Koblenz

Landwirtschaft

Schnipsel vom Bauerntag in Koblenz

Zum Junglandwirtetreff auf dem Deutschen Bauerntag in Koblenz mahnte Vizepräsident Werner Hilse die Hofnachfolger, dass sie s ihre Arbeit in einer „beschleunigten und grellen Medienwelt“ erledigen müssen. Daher sei es umso wichtiger, dass die Junglandwirte ihre Arbeit, Werte und Normen der Öffentlichkeit darstellen. Nach Magdalene Kriver, stellvertretende Vorsitzende des Bund der Deutschen Landjugend (BDL), haben gerade die jungen Bauern einen entscheidenden Einfluss auf das öffentliche Meinungsbild. Die Öffentlichkeit nehme die Landwirtschaft „oft in einem idyllischen und verniedlichendem Licht“ wahr.

Der „Flächenfraß“ in Deutschland muss nach Ansicht des Bauernpräsidenten Gerd Sonnleitner endlich aufhören. In den letzten 20 Jahren wurden rund 800.000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche in Verkehrs- und Siedlungsfläche umgewandelt, die heute zur Produktion von Weizen oder Biomasse fehlen. Die Fläche entspricht etwas der aktuellen landwirtschaftlichen Nutzfläche von Rheinland-Pfalz und dem Saarland zusammen.

Die neue Landwirtschaftsministerin in Rheinland-Pfalz, die Grünenpolitikerin Ulrike Höfken, erinnerte das Präsidium des DBV, für Nachbesserung bei den EHEC-Entschädigungen einzutreten. Die Hälfte der Gemüsebauern in Rheinland-Pfalz gehen leer aus, obwohl sie auch bei Rucola durch den Konsumverzicht der Konsumenten schwere Einbußen erlitten hätten.

Polens Landwirtschaftsminister Marek Sawicki hat auf dem Bauerntag angekündet, sich die Milchpolitik in der heute beginnenden sechsmonatigen Ratspräsidentschaft seines Landes noch einmal genau anzuschauen. Es hätte keine billigere und effektivere Marktlösung für den Milchmarkt gegeben, als die Milchquotenregelung, die von der EU im Jahr 2015 abgeschafft werde. Sawicki hat sich zwar nicht getraut, die Milchquote wieder einführen zu wollen, aber das Alternativsystem der EU wolle er sich genau ansehen und in Bezug auf die alte Quotenregelung neu bewerten.

Gudrun Kopp, Parlamentarische Staatsekretärin aus dem Entwicklungsministerium, betonte den neuen engen Schulterschluss zwischen deutschen Landwirten und Entwicklungspolitikern. Die Zeiten, in denen sich beide „argwöhnisch gegenüber standen, sind vorbei“, sagte sie in Koblenz. Nur gemeinsam könne der Kampf gegen den Hunger gewonnen werden. Sie würdigte die vom DBV durchgeführte Ausbildung von Landwirten in vielen Ländern.

Im Forum Energiewende forderte der Bauernverband die dezentrale Energieversorgung. Als kritisch wird die Einführun einer Obergrenze für Mais und Getreidekorn im neuen EEG gesehen. Solche landwirtschaftlich-fachlichen angaben gehörten nicht in das EEG. Auch die Aufweichung der Trennung von Nawaro- und Abfallvergärungsanlagen sei problematisch, wie die unflexibel ausgestaltete Vorgabe der Wärmenutzung von 60 Prozent.

Roland Krieg (Text und Foto)

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