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Bayern in der Stadt

Landwirtschaft

Bayerisches Zentral-Landwirtschaftsfest

Am kommenden Samstag öffnet nicht nur das Oktoberfest auf der Münchener Theresienwiese, sondern auch das Zentrale Landwirtschaftsfest (ZLF). Für die 126. Veranstaltung haben sich mehr als 650 Aussteller angemeldet, die auf 120.000 Quadratmetern Produkte und Informationen präsentieren.

Vom Tag der Landtechnik am ersten Tag und dem Spezial zu Bodenseeäpfeln bis zum Zentralen Erntedankfest am Schlusstag, dem 25. September, mit der Spezialität Kartoffeln finden die Besucher einen ganzen Bauernhof in der Stadt vor. So wird ein moderner Milchviehstall mit 20 Kühen und Melkroboter aufgebaut. Praktiker und Interessierte finden neueste Technikbeispiele an Traktoren und Bodenbearbeitungsgeräten, die für eine optimierte Unkrautbekämpfung sorgen.

Familienstrukturen

Die Bayerische Landwirtschaft ist vom Familienbetrieb geprägt, der in vielen Regionen den Tourismus als Wirtschaftszweig zu nutzen versteht. Dennoch erzeugen die Bayerischen Milchbauern ein Viertel der bundesweit konsumierten Milch und erzeugen die Ackerbauern das meiste Getreide im Land.

Der Wandel geht aber auch an Bayern nicht vorbei. Gab es 1960 im Freistaat noch mehr als 330.000 Betriebe, war es 2013 mit 110.000 Betrieben nur noch ein Drittel. Die Flächenausstattung ist mit 30 bis 50 Hektar für die meisten Betriebe übersichtlich. Kaum mehr als 5.000 Landwirte bewirtschaften mehr als 100 Hektar.

Auch die Flurstücke sind klein. Ein Drittel der Felder ist kleiner als fünf Hektar, was die Arbeitskosten nach oben treibt. Daher ist nach Prof. Dr. Alois Heißenhuber von der TU München der technische Fortschritt der stärkste Treiber für den Strukturwandel.

Doch schon vor 40 Jahren hat die kleinräumige Struktur dem Technikfortschritt enge Grenzen gesetzt, führt Heißenhuber in einem Messe Spezial des „dlg agrarmagazins“ aus Die Flurbereinigung reagiert sehr langsam und das betriebliche Wachstum blieb hinter den Möglichkeiten zurück. Mit Hilfe des überbetrieblichen Maschineneinsatzes fanden die bayerischen Bauern einen Ausweg und suchten weitere Einkommensalternativen – wie dem Tourismus oder der Pflege der Kulturlandschaft.

Nach Heißenhuber spielt das Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) eine so wichtige Rolle, weil die hohen Erzeugungskosten über den Produktpreis kaum abzubilden sind. Daher sind die Bayern mit der ökonomischen Trilogie Einkommens-, Leistungs- und Arbeitskombination erfolgreich.

Soziale Strukturen

Die kleinen Strukturen sind aber auch das belebende Element der Dörfer. Vor allem die Landwirtsfamilien bekleiden Ehrenämter in Vereinen, Kommunen und Selbsthilfeeinrichtungen. Diese Subsistenzarbeit finde sich auch in den 40 Prozent der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetrieben wider.

Stadt und Land

Damit das Gefüge gelingt, sorgen Arbeitsplätze und Infrastrukturen im ländlichen Raum für umfangreiche Besiedlung mit guten Einkommen. Diese kommen über den regionalen Wirtschaftskreislauf den Landwirten wiederum zu Gute kommen. Gegenüber Regionen mit nur 17 Einwohnern pro Quadratkilometer im Nordosten Deutschlands, liegt die Bevölkerungsdichte Bayerns bei 180 Einwohnern. Daher reisen auch gerne viele Touristen in die belebten Kleinregionen.

Roland Krieg

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