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Bekenntnis zur Landwirtschaft

Landwirtschaft

Bundespräsident auf dem Deutschen Bauerntag

Nach 25 Jahren ist wieder ein Bundespräsident auf dem Deutschen Bauerntag gewesen. 1981 war es Karl Carstens, der eine negative Stimmung vorfand, weil die Bauern Einkommenseinbußen von bis zu 12 Prozent hinnehmen mussten. Horst Köhler traf es heute Vormittag viel günstiger, denn die Bauern erwarten ein Plus von rund 10 Prozent.

Aufbruchstimmung
Das hatte auch Bauernpräsident Gerd Sonnleitner festgestellt. "Aufgeheizte Stimmung auf den Getreidemärkten", "Bauern, die neuen Ölscheichs?" und "Molkereien setzen zweistellige Preiserhöhungen durch". Sonnleitner mahnte jedoch, dass die Lage auf den Höfen nicht ganz so rosig aussieht, wie es die Schlagzeilen glauben machen.
Köhler gab ein Bekenntnis zur Landwirtschaft ab und verteidigte, dass die Europäische Union sich entschlossen hat, sich von der aktiven Steuerung der Märkte zu verabschieden. Marktordnung und Effizienz seinen wichtig für die funktionierende Landwirtschaft. Mit 40 Prozent Ausgaben der EU für die Landwirtschaft, sei der Weg aber noch nicht zu Ende gegangen.
Köhler mahnte die Wiederaufnahme der Welthandelsgespräche in Doha-Runde an, die als Entwicklungsrunde angesetzt ist. Nach seiner Einschätzung brauchen reiche Industrienationen keinen Außenschutz mehr. Es sei nicht hinzunehmen, dass die EU auf den Außenschutz besteht, jedoch den Entwicklungsländern nehmen will. Wichtig ist beim Welthandel das Etablieren von sozialen und Umweltstandards.
Die steigende Nachfrage auf dem Weltmarkt bietet den deutschen Bauern gute Absatzchancen. Der Agrarexport boomt. Zudem eröffnen sich den Bauern mit dem Biomarkt und nachwachsenden Rohstoffen Chancen auf dem Binnenmarkt.
Doch auch mit den nachwachsenden Rohstoffen müsse man sparsam umgehen. "Je weniger Biokraftstoff wir verbrauchen, desto weniger müssen wir produzieren."
Innovationen auf allen Feldern ist das Motto des 32. Bauerntages. Die "Grüne Gentechnik" sei ein mögliches Betätigungsfeld. Köhler betonte allerdings, dass Verbraucher und Bauern durch die Biotechnologie keine Nachteile erhalten sollen. "Die Wahlfreiheit der Verbraucher und die Koexistenz der unterschiedlichen Bewirtschaftungsformen müssen gewährleistet werden".

roRo

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