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Ben und Carlos begleiten Sachsens Schafe

Landwirtschaft

Pyrenäen-Berghunde als „Mobile Eingreiftruppe“

In Sachsen gibt es rund 16.800 Schaf- und Ziegenhalter, von denen etwa 250 ihr Haupteinkommen durch die Herdenschäferei erwerben. Seit mehr als 10 Jahren siedeln aber auch Wölfe in der Region, deren Population mittlerweile auf bis zu 45 Tiere angewachsen ist. Tierschützer und Naturfreunde freut die Rückkehr des heimischen Isegrims –Schäfer sehen die Entwicklung mit Sorge; denn Schaf und Wolf? Das passt nicht auf Anhieb.

Herdenhunde
Der klassische Konflikt zwischen Umwelt und Landwirtschaft verlangt von allen Seiten Kompromisse und bis auf wenige negativen Ausreißer, finden Schaf und Wolf sowie deren Anhänger auch zueinander. Da ist viel politisches Wollen im Spiel, wie bereits vor Jahren die erste Wolfstagung in Berlin zeigte.
Sachlich gesehen muss Sachsen aber auch einen Schadensbericht veröffentlichen: In diesem Jahr hat es vier Vorfälle mit elf toten Schafen gegeben, bei denen der Wolf als Verursacher nicht auszuschließen ist. Im letzten Jahr wurden 56 Nutztiere getötet. Die zehnjährige Bilanz: 54 Vorfälle mit 212 toten und neun Verletzten Nutztieren. Die Schäfer erhielten insgesamt eine Entschädigung in Höhe von 35.000 Euro.
Am Dienstag hat Agrarminister Frank Kupfer mit Ben und Carlos zwei Pyrenäen-Berghunde vorgestellt, die als „Mobile Eingreiftruppe“ vor allem der Versachlichung Vorschub leisten sollen. Die beiden stehen den Herden zur Verfügung, bei denen Elektrozaun und Flatterband nicht alleine ausreichen. Kupfer betont: „Bei der Maßnahme geht es aber vor allem um den Schutz der streng geschützten Tierart Wolf, damit diese nicht wegen zu hoher wirtschaftlicher Schäden aus der Natur entnommen werden muss.“
Sollten im Land Schäden durch den Wolf verzeichnet werden, stehen Ben, Carlos und ein ausgebildeter Hundeführer zur Verfügung. Nach etwa zehn Tagen verbleiben die beiden dann alleine bei der Herde und bewachen sie so lange wie nötig. Die Chien de Montagne des Pyrénées haben sich in Frankreich, Spanien und der Schweiz seit dem 15. Jahrhundert als Herdenhund bewährt.

roRo

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