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Bio-Landwirte verdienen zu wenig

Landwirtschaft

Bio unter Marktdruck

„Vorab: Ich bekenne mich zum ökologischen Landbau. Doch wir müssen ehrlich zueinander sein und festhalten, dass die Bio-Branche, wie es eine ehemalige grüne Bundeslandwirtschaftsministerin wollte, in der Marktwirtschaft angekommen ist. Und nun erleben wir in Deutschland eine gefährliche Entwicklung: einerseits der boomende Bio-Markt mit immer steigenden Umsätzen und andererseits die Bio-Landwirte, die zunehmend Probleme haben, unter dem Druck des Lebensmitteleinzelhandels wirtschaftlich zu arbeiten. Es lohnt sich zum Beispiel kaum noch bio-Milch oder bio-Fleisch zu produzieren, wenn die Preise weiter sinken. Es kommt beim Landwirt einfach zu wenig an“, so Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz MV.

Der Ökologische Landbau ist für MV von großer Bedeutung. Auf knapp 120.000 ha bzw. knapp 9 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche wird nach diesen Prinzipien gewirtschaftet. „Damit gehören wir nach wie vor zu den Top 3 in Deutschland. So kommen auf den deutschen Markt rund 10 % des Bio-Schweinefleisches, 15 % des Bio-Rindfleisches und ca. 20 % der Bio-Eier. Doch gerade bei letzterem haben wir jüngst erst gesehen, wie anfällig das System ist, wenn auf einer Etappe des Produktionsweges – so beim pflanzenschutzbelasteten Futtermittel – Probleme auftreten und Länder wie die Niederlande dies schamlos ausnutzen“, unterstrich der Minister.

LU-MV; Foto: roRo (Archiv)

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