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Bio wird Topp

Landwirtschaft

Öko-Feldtage in Hessen

Parzellenversuche Öko-Feldtage 2019

Bio boomt. Die im letzten Monat vorgelegten Strukturdaten über den ökologischen Landbau weisen ein Wachstum in das Jahr 2018 von 10,8 Prozent auf mehr als 1,5 Millionen Hektar Landwirtschaftsfläche aus. Die Zahl der Betriebe stieg um 7,9 Prozent auf rund 32.000. Die meiste Fläche wurde in den Südländern Baden-Württemberg und Bayern umgestellt. Dort gibt es mit mehr als 18.000 Betrieben auch ein deutliches Gefälle zum Norden hin. Auch Hessen kann sich sehen lassen. Mit 2.200 Ökohöfen liegt das Bundesland mit 7,1 Prozent Anteil an allen Ökohöfen in Deutschland auf dem dritten Platz.

Öko-Feldtage

Die Hessische Staatsdomäne Frankenhausen ist der Lehr- und Versuchsbetrieb des Fachbereichs Ökologische Agrarwissenschaften der Universität Kassel/Witzenhausen. So lag es nahe, 2017 den ersten Ökologischen Feldtag auf diesem Betrieb auszurichten. Am 03. und 04. Juli findet er bereits zum zweiten Mal statt und übertrifft die Premiere deutlich. 25 Prozent mehr Aussteller, 100 Prozent mehr Innovationen, Maschinenvorführungen und ein Fachprogramm. „Diese große Resonanz zeigt die enorme Kraft der Biobranche und ihren Wachstumskurs“, sagt die Hessische Landwirtschaftsministerin Priska Hinz und ergänzt: „Sie passen perfekt zu unserem Ziel, die Ökoanbaufläche in Hessen bis 2025 auf 25 Prozent zu steigern.“

Mit den Feldtagen hat die Branche den Nerv der Zeit getroffen. „Zentrale Themen der Öko-Feldtage wie Öko-Züchtung und -Nährstoffmanagement, -Tierhaltung oder Landtechnik zeigen den Landwirten mögliche Bausteine auf, um den eigenen Betrieb enkeltauglich zu machen“, sagte Felix Prinz zu Löwenstein vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft im Vorfeld.

Mehr als 320 Unternehmen präsentieren alles was Landwirte für den Betrieb von Stall und Feld brauchen: Saatgut, Sorten, Betriebs- und Futtermittel, Stallbau, Beratungsleistungen und vieles mehr. Zusammen mit den Anbauverbänden hat das Forschungsinstitut für den biologischen Landbau (FiBL) rund 1.200 Versuchsparzellen angelegt. Der Kuhstall der Domäne liegt im Zentrum der Ausstellungsfläche, was nach dem wissenschaftlichen Leiter der Staatsdomäne Prof. Jürgen Heß „Symbolcharakter“ hat: „Tierthemen nehmen im Vergleich zu 2017 einen größeren Raum ein.“

BioTopp

Pünktlich zu den Feldtagen ist auch das neueste Mitglied der DLG-Agrofood Medien fertig geworden. „BioTopp“ ist unabhängig von den Anbauverbänden und will mit praxisnahen Beiträgen die Praktiker erreichen. Der Redaktion geht es auch um die umstellungswilligen konventionellen Landwirte. Noch immer sind große Hürden für den Einstieg in die ökologische Landwirtschaft zu überwinden. Nicht nur emotional. Die aufgezeigte Praxis will das Thema entemotionalisieren und auch kritische Themen angehen, die im Verbandsgeschäft oft zu kurz kommen.

Dazu hat die Redaktion um Carsten Veller ein großes Expertenteam versammelt. Neben Wissenschaftlern und Verbandsvertretern helfen auch Praktiker mit Rat und Tat aus.

In der ersten Ausgabe wird das 20-Prozent-Ziel beleuchtet. Erschien diese Marke zu Beginn noch unrealistisch ist die Attraktivität für den Ökolandbau seitens der Landwirte deutlich gestiegen und bekommt Rückenwind aus der Politik. Doch ist „Bio“ kein Selbstläufer. Bund und Länder sollten vor dem Hintergrund der vielen gesellschaftlichen Aufgaben ihre Förderstruktur überdenken. Böden unter ökologischer Bearbeitung haben eine höhere Wasserspeicherkapazität. Was sie an Hochwasserschäden vermeiden helfen wird nicht honoriert. Doch, so lautet das Fazit von Dr. Jürn Sanders vom Thünen-Institut für Betriebswirtschaft, das 20-Prozent-Ziel ist nur erreichbar, wenn alle relevanten Akteure an einem Strang ziehen.

Dazu sollen die Öko-Feldtage einen Beitrag leisten.

Roland Krieg; Foto: Ökofeldtage

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