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Biokrusten helfen Pflanzen in der Trockenheit

Landwirtschaft

Stabilisierung semi-arider Böden

Grauer, rissiger Boden: Kaum ein Bild symbolisiert die Trockenheit besser als die gebrochenen Erdkrusten mit leicht angehobenen Rändern. Doch auch, wenn das Wasser fehlt: Wissenschaftler der spanischen Hochschule in Almeria haben in den ersten Millimetern Leben entdeckt, dass gegen die Ausbreitung von Wüsten helfen kann.

„Biocrusts“ haben die Experten um Isabel Miralles die Lebensgemeinschaft benannt, die in ariden und semiariden Gebieten rund 70 Prozent der trockenen Bodenoberfläche besiedeln. Sie leben aber nur in den ersten Zentimetern der Böden und sind hoch spezialisiert. Eine bunte Mischung aus Moosen, Flechten, Grünalgen, Pilzen Cyano- und anderen Bakterien überleben in einer Umgebung, wo zelluläres Wachstum kaum eine Chance hat. Ihre Rolle in den Trockengebieten ist das Absichern der Bodenaktivitäten.

Von Flechten dominierte Lebensgemeinschaften regulieren die Zusammensetzung der Bakteriengesellschaft im Boden. Biokrusten verändern chemische Bodeneigenschaften. Es gibt verschiedene Muster der Lebensgemeinschaften, die verschiedene pH-Werte bevorzugen.

Sie machen aus den ausgetrockneten Böden kein Paradies, reduzieren dennoch Erosion, förden geringe Fruchtbarkeit und Bodenstabilität. Für Bodenkundler ist das ein neues Forschungsfeld. Die Bodenkrusten beeinflussen die chemischen und physikalischen Prozesse in tieferen Bodenschichten. Isabell Miralles sucht jetzt nach Organismen, die über Biokrusten Vorteile für den Boden bieten und zunächst einmal die Kruste aufrechterhalten, bevor sie zu weiterem Staub zerfällt.

Lesestoff:

Miralles, I: Effect of biocrusts on bacterial community composition at different soil dephts in Mediterranien semis-arid ecosystems, in: science oft he Total environment, Vol 733 1 September 2020 https://doi.org/10.1016/j.scitotenv.2020.138613

Roland Krieg

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