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Bioprodukte aus China

Landwirtschaft

Ist Bioware aus China vertrauenswürdig?

China ist auch im Biobereich ein Riese. Mit einem Flächenzuwachs von 300.000 Hektar auf 3,5 Millionen Hektar zwischen 2005 und 2006 hat sich das Reich der Mitte nach Angaben der australischen Universität Tasmaniens auf den zweiten Platz des Rankings vorgeschoben. Prof. John Paul bezeichnet das als „Chinas grüne Revolution“. Die weiten Transportwege und die Mystik des Landes bringen jedoch immer wieder Zweifel hervor, ob nach Europa und Deutschland importierte Bioware wirklich Bio ist.

Auslandsware ist zertifiziert
Zhou Zejang von IFOAM listete auf der Nürnberger BioFach alle in China arbeitenden Zertifizierer auf. Mit OCIA aus den USA, Ecocert aus Frankreich und Deutschland oder BSC aus Deutschland sind alle Zertifizierer, die für Naturland oder Demeter tätig sind auch in China vertreten.
Für chinesische Produkte gibt es mittlerweile ein eigenes chinesisches Logo.
Ganz reibungsfrei ist das aber nicht, wie Ulrich Ansorge vom Schweizer Institut for Marketecology (IMO) beschreibt. 1999 haben die Schweizer in Nanjing ihr erstes Büro eröffnet und sind jetzt landesweit vertreten. Lokale Zertifizierer sind gerade auch bei Kleinbauern und Sammlern unterwegs und schicken die Erhebungsbögen in die Schweiz. Hier werden sie geprüft und gehen bei Nachfragen wieder zurück. Erste Erfahrungen wurden im Bereich der Rohwaren gemacht, jetzt erstrecken sich einige der mittlerweile 170 Projekte auch auf verarbeitete Ware.
China ist in Bewegung, die auch vor Arbeitsverhältnissen nicht zurückschreckt. Größere Firmen leiden, so Ansorge, unter dem Problem, dass qualifiziertes Personal schnell andere Arbeitsverhältnisse aufsucht. Generell steige auch in China das Umweltbewusstsein, aber, so ein zweites Problem, die Umweltbelastungen sind ubiquitär. Als drittes Problem macht der Schweizer den harten Wettbewerb aus, weil alle Unternehmen ihre Ware zum niedrigsten Preis veräußern wollen.
Liz Augustate vom Naturwarenhersteller Ernst Weber berichtete über die Erfolge. Deutschland und China haben unterschiedliche Kommunikations- und Verhaltensmuster. Da müssen beide voneinander lernen. Als der chinesische Partner bei einem Problem das erste Mal in Deutschland angerufen hat und es nicht mehr verschwiegen hat selbst lösen wollen, hatte das n der Firma Freude ausgelöst. Ernst Weber ist seit 1999 in China tätig.
Generell sieht die Ökobranche die weiten Transportwege nicht übertrieben kritisch. Was in China produziert wird, geht in Europa zwar als Wertschöpfung verloren – aber Prinz Felix zu Löwenstein vom BÖLW zeigte sich in Nürnberg dennoch darüber erfreut. Im Gegensaz zu dem, wie dort vorher gewirtschaftet wurde, ist jeder Hektar Ökoanbau ein Gewinn. Außerdem steige auch in den Ländern die Nachfrage.

roRo

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