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Blauzungenimpfstoffbestellungen

Landwirtschaft

Impfstoff per Ausnahmeregelung

Gestern wurde im gemeinsamen Ausschreibungsverfahren aller Bundesländer der endgültige Zuschlag für die Impfstoffbestellung für Deutschland erteilt. Mit der internationalen Ausschreibung konnten die Bundesländer „sehr günstige Preise erzielen“, erklärte der hessische Landwirtschaftsminister Wilhelm Dietzel. „Darüber hinaus haben die Hersteller die geforderten Gewährleistungszusagen gemacht und die notwendigen Sicherheitsleistungen zugesagt“.

Das Angebot von Intervet war ungültig
Vor allem durch den Zuschlag für den spanischen Hersteller CZV Veterenaria aus Porrino ist die gesamte Deckung des deutschen Bedarfs möglich gewesen. Des Weiteren haben die Firmen Fort Dodge Veterinär GmbH aus Würselen und der französische Impfstoffhersteller Merial aus Lyon den Zuschlag für die insgesamt 20.989.550 Impfdosen für 16,9 Mio. Euro erhalten. Der deutsche Hersteller Intervet aus Unterschleißheim hatte kein gültiges Angebot vorgelegt, weil er die Vertragsbedingungen ablehnte.
In Mecklenburg-Vorpommern wurde der inaktivierte Impfstoffe gegen den Serotyp 8 im Feldversuch an 2.000 Rindern und 1.600 Schafen getestet.

Im Mai per Ausnahmeregelung
Wichtig ist den Bundesländern gewesen, dass die Firmen Gewährleistungszusagen abgaben, denn der Impfstoff ist noch nicht zugelassen. Das Friedrich-Loeffler- Institut auf der Insel Riems wird mit seinen Prüfungen erst im Mai fertig sein. Dann sollen die ersten Impfdosen auch bereits abgegeben werden.
Von voraussichtlich Mitte Mai bis Mitte Juni wird der Impfstoff wöchentlich abgegeben und kann durch eine Eilverordnung nach dem Tierseuchengesetz eingesetzt werden. „Da die Blauzungenkrankheit typischerweise im Spätsommer besonders stark auftritt, sind die Tiere damit bis zum Höhepunkt der Krankheit geschützt“, sagte Eckhard Uhlenberg, Landwirtschaftsminister aus Nordrhein-Westfalen. Den genauen Impfplan will er noch im Verlauf dieser Woche bekannt geben.
Im vergangenen Jahr hat alleine NRW mehr als zehn Millionen Euro aus der Tierseuchenkasse für Entschädigungen an Tierhalter ausgeben müssen, denen Tiere verendeten oder getötet werden mussten. Das waren rund 30.000 Schafe und rund 8.000 Rinder. NRW hat drei Millionen Impfdosen bestellt und kann damit die 250.000 Schafe sowie 400.000 Milchkühe und Fleischrinder inklusive Nachwuchs impfen. Die Mastbullen sind ganzjährig aufgestallt und brauchen nicht versorgt zu werden.
Bundesweit muss der Impfstoff für 9,6 Mio. Rinder und 3,65 Mio Schafe und Ziegen reichen. Schafe müssen einmal, Rinder zweimal geimpft werden.

Kostendeckelung für EU-Hilfe
Die EU hatte jüngst verlauten lassen, dass sie Impfungen finanziell unterstützt. Nach Berechnungen Hessens relativieren sich jedoch die Angaben. Die Beschaffungskosten teilen sich die Länder mit der Tierseuchenkasse. Die Gebühren für die Impfung geht zu Lasten des Tierhalters. Die EU zahlt Deutschland aber maximal nur 17 Millionen Euro, wobei die Nettokosten für die Impfung schon 14 Millionen ausmachten. So würde für die Kofinanzierung der Impfung auf der Seite der Tierhalter nicht mehr viel übrig bleiben, klagt Dietzel: „Da muss jetzt erst mal abgewartet werden, ob die Kommission bereit ist, das vorgesehene Budget zu erhöhen. Dann wird über eine finanzielle Beteiligung des Landes an der Impfdurchführung zu entscheiden sein.“

roRo

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