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„BMELV fachlich geschwächt“

Landwirtschaft

Entlassung Lindemanns erntet Unverständnis

Gerd Lindemann, beamteter Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, hat zu Beginn der Grünen Woche seinen Hut nehmen müssen. Nicht nur bei Agrarmedien wird die überraschende Entlassung ohne triftigen Grund heftig kritisiert. Die Vieh und Fleisch Handelszeitung schrieb: „Der Lotse geht von Bord.“ Lindemann hat den fachfremden Ministern Horst Seehofer und Ilse Aigner oft inhaltlich aus der Patsche geholfen. Auch gegenüber Herd-und-Hof.de hatte er im Anschluss der letzten Agrarministerkonferenz einige Sachverhalte der Ministerin korrigiert.

„Das fachliche Regulativ schlechthin“
Vor dem Niedersachsenabend auf der Grünen Woche bezeichnete auch Franz-Josef Holzenkamp von der Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- & Ernährungswirtschaft Gerd Lindemann als „das fachliche Regulativ schlechthin“. Es sei schon ein „sehr bemerkenswertes Vorgehen“, wie die Entlassung abgelaufen sei, so Holzenkamp weiter.
Friedrich-Otto Ripke, Staatssekretär aus dem niedersächsischen Agrarministerium sieht Deutschland inhaltlich geschwächt. Lindemann habe auch auf europäischer Ebene fachliche Anerkennung erfahren und demnächst finden in Brüssel entscheidende Sitzungen zur Ausrichtung der Agrarpolitik nach 2013 statt. „Die Entscheidung sei fachlich falsch“, so Ripke.
Fachkompetenz sei auch in anderer Richtung wichtig, fuhr Ripke fort. Es gebe noch immer keinen effizienten Nachfolger für die CMA. „Food made in Germany“ bündele gerade die kleinen und mittleren Unternehmen, doch sei die Aussage der neuen Exportorganisation GEFA, man sei sich mit einer gemeinsamen Interessenvertretung bereits einig, verfrüht.

Roland Krieg

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