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BMU will Strohheizungen fördern

Landwirtschaft

Gabriel sichert DBN Unterstützung zu

Im Gespräch mit dem Bundesvorstand des Deutschen Bundesverbandes der Landwirte im Nebenberuf (DBN) sicherte Löblein und GabrielUmweltminister Sigmar Gabriel Unterstützung bei der technologischen Entwicklung von Heizungsanlagen zu, die mit nachwachsenden Rohstoffen gespeist werden können. Gabriel kündigte in dem Gespräch letzte Woche an, dass er sich für Projekte zur Technik- und Anlagenentwicklung, finanziert aus den Mitteln des Bundesumweltministeriums, einsetzen will. Dabei geht es vor allem um Problemlösungen bei der Nutzung von Stroh, einem „Abfallprodukt“ der Landwirtschaft. Wir können nicht nur im Gigawatt-Bereich denken, sondern müssen uns auch um die Probleme kleinerer Anlagen kümmern“, betonte der Minister.

Problem Feinstaub
Der DBN vertritt die Auffassung, dass gerade in den kleinstrukturierten landwirtschaftlichen Betrieben Potenziale vorhanden sind, nachwachsende Rohstoffe für die Wärmegewinnung zu produzieren. Doch es mangelt an Heizungstechnik, die beispielsweise den strengen Immissionswerten entsprechen und eine Energieträgerflexibilität ermöglichen. Dabei geht es zum einen um die Einhaltung der Feinstaubimmissionen von Festbrennstoffanlagen, wie beispielsweise Pelletkessel.
Zu wenig Anbieter haben Lösungsansätze, um mit moderner Filtertechnik die Feinstaubbelastung der Umwelt zu reduzieren. Das behindert die flächendeckende Umstellung auf erneuerbare Energien zur Wärmegewinnung. Zum anderen lassen sich nicht mit allen Heizkesseln unterschiedliche Pellets heizen. So ist bei vielen Holzpelletsheizungen der Wechsel auf Strohpellets technisch nicht möglich. Hier muss stärker in die Entwicklung investiert werden, forderte Albrecht Löblein, Bundesvorsitzender des DBN.

Biomasse gilt vor allem deshalb als „Geheimwaffe“ für die Energiegewinnung, weil nur das CO2 freigesetzt wird, was vorher durch das Wachstum eingebunden wurde. Allerdings muss gegengerechnet werden, dass Biomasse als Brennstoff höhere Emissionen an „versauerungs- und eutrophierungsrelevanten“ Gasen, wie Schwefeldioxid oder NOx aufweist. Besonders hoch ist der Ausstoß der so genannten Feinpartikel (PM10). Bei kleinen, alten Öfen können sie bis zu 90 Prozent des Staubanteils ausmachen und in der Zeit zwischen 2002 und 2003 ist der Anstieg der Feinstaubemissionen aus Holzfeuerungsanlagen von 22,7 auf 24,0 Kilotonnen gestiegen. Nach Angaben des Sondergutachtens „Biomasse durch Klimaschutz“ liegt der Ausstoß bereits vielfach über dem des Straßenverkehrs.
Im vergangenen Jahr aber hat die Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe bereits zeigen können, dass neuartige Technologien in Kleinfeuerungsanlagen die strengen Grenzwerte der Bundesemissionsschutzverordnung unterbieten können.
Agrarwirtschaft und Anlagenhersteller warten schon seit längerem, dass es neue Regeln gibt. Können Halmgüter wie Stroh und Getreide in kleinen Anlagen nicht durch andere Rahmenbedingungen zur Wärmegewinnung genutzt werden, dann komme diese Bioenergieform nicht richtig in Gang – sorgten sich Bündnis90/Die Grünen und der Deutsche Bauernverband bereits im letzten Jahr unisono.
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„Es ist notwendig, in neue Technik für de Gewinnung und Verarbeitung erneuerbarer Energieträger zu investieren“, so Löblein. Als Beispiel nannte er eine mögliche Verarbeitung des Stroh zu Pellets bereits auf dem Acker. Dies reduziere den Transport- und Lageraufwand von Stroh als Energieträger enorm. Durch entsprechende Dienstleister wäre dann auch in kleinstrukturierten Betrieben eine Umstellung auf die Erzeugung von erneuerbaren Wärmeenergieträgern ein lukratives Einkommensfeld.

DBN; Foto: DBN; Löblein (links) und Gabriel (Mitte) in Berlin

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